#11 Zwischen Neugier und kognitiver Faulheit – KI im Schulalltag

Shownotes

Was ihr in dieser Folge erfahrt: • Wie KI den Schul- und Unialltag verändert – und wo sie wirklich hilft • Warum ein Taschenrechner als Mitbringsel für diese Folge steht • Welche Gefahren von ChatGPT & Co. ausgehen, wenn man sie unkritisch nutzt • Warum das Schreiben mit der Hand (noch) nicht ausgedient hat • Ob KI ein fairer Lernpartner ist – oder nur ein bequemer Spickzettel

Unser Gast: Prof. Dr. Malte Jansen ist Professor für Pädagogische Psychologie an der HMU Health and Medical University in Potsdam. In seiner Forschung beschäftigt er sich u. a. mit schulischer Motivation, pädagogischer Diagnostik und dem Einsatz großer Bildungsdatensätze zur Verbesserung von Unterricht und Lernerfolg.

Moderation: Jan Prüver

Zur Forschung von Prof. Dr. Malte Jansen: 👉 https://www.hmu-potsdam.de/personen/prof-dr-malte-jansen/

Transkript anzeigen

00:00:07: Brandwissen, junge Fragen an kluge Köpfe, der Podcast, der die Neugier entfacht.

00:00:12: Von Profissen Potsdam mit Forschenden aus Brandenburg.

00:00:16: Neugierig direkt und mittendrin.

00:00:23: Herzlich willkommen zur neuen Ausgabe Brandwissen, dem Podcast der Eure Neugier entfacht.

00:00:28: Mittlerweile ist sie nicht mehr wegzudenken.

00:00:29: Im Alltag, bei der Arbeit, in der Schule, künstlicher Intelligenz prägt seit einigen Jahren die digitale Welt und entwickelt sich Monat für Monat weiter.

00:00:37: Ich habe heute einen Gast, mit dem ich mich über dieses spannende Thema unterhalten werde und die Chancen sowie Gefahren von künstlicher Intelligenz aufdecken werde.

00:00:44: Er ist Professor für pädagogische Psychologie und beschäftigt sich in Forschung und Lehre vor allem mit schulischer Motivation, pädagogischer Diagnostik sowie der Analyse großer Bildungsdaten zur Verbesserung von Unterricht und Bildungserfolg.

00:00:55: Herzlich willkommen, Dr.

00:00:56: Malte Janssen.

00:00:58: Hallo, ich freue mich hier zu sein.

00:01:00: Zum Einstieg würde mich direkt mal interessieren, welche Rolle künstliche Intelligenz in ihrem Aufgabenbrech bietet.

00:01:06: Also arbeiten Sie auch aktiv mit ihr?

00:01:08: Ja, tatsächlich schon.

00:01:09: Also ich glaube, das hat uns ja alle überrascht und fasziniert, zumindest die meisten Leute, als dann jetzt vor einigen Jahren diese Large Language Models, diese Chatbots wie ChatGPT und andere auf den Markt kamen.

00:01:22: und natürlich sind wir Wissenschaftlerinnen auch immer daran interessiert, wie können wir unsere eigenen Arbeitsabläufe optimieren, irgendwie produktiver werden in Forschung und Lehre.

00:01:32: Und ja, auf jeden Fall, damit habe ich auch viel rumprobiert und wofür ich es im Moment besonders viel nutze, ist tatsächlich viel Programmieraufgaben.

00:01:41: Also, das funktioniert wirklich erstaunlich gut.

00:01:45: Also, dass KI mich unterstützt bei der Datenanalyse.

00:01:49: Es hängt natürlich da auch davon ab, dass ich ganz genau weiß, was ich eigentlich haben will und dass ich gut überprüfe, quasi ob der Output auch stimmt.

00:01:58: Das kann ich zum Glück, weil ich mich damit selber gut genug auskenne.

00:02:01: Aber dann produziert das zum Beispiel super Programmiercode, mit dem ich Daten auswerten kann.

00:02:06: Ich nutze das auch manchmal zur Ideengenerierung, beispielsweise für Lehrveranstaltungen.

00:02:10: Was wäre denn jetzt eine gute Gruppenaufgabe zu einem gewissen Thema?

00:02:14: oder auch für so Routine Texte, da mal einen Entwurf zu machen, wobei ich da manchmal, klappt es gut, manchmal bin ich auch ganz schön unglücklich und merke, dass es einfach schneller und besser gegangen wäre, wenn ich selber gemacht hätte und jetzt quasi nicht diesem Entwurf, der eigentlich gar nicht zu mir passt, irgendwie dann habe und dann überlege, wie man den ändern könnte.

00:02:34: Aber doch, ich würde sagen, ich und wahrscheinlich auch die meisten anderen Wissenschaftlerinnen nutzen schon KI auch viel bis auch zur Literaturrecherche.

00:02:41: Das geht auch langsam los, das ist das kann.

00:02:43: Ja, sie haben ja eben schon aufgegriffen.

00:02:45: Also seit dem Jahr ist ja künstliche Intelligenz in Form von Chatbots, ChatGBT oder Gemini gibt es mittlerweile auch gute KIs, die da wirklich für jeder Mann verfügbar sind und dementsprechend ja auch aus dem Schulalltag nicht mehr wegzudenken sind.

00:03:00: Also am Anfang war es natürlich ein freundlicher Chatbot, der kostenfrei deine Hausaufgaben macht, muss sich halt ein Account erstellen.

00:03:07: Und mittlerweile ist ja wirklich eine Supermaschine, ich meine, der kann Bilder erstellen, der kann dir Texte zusammenfassen.

00:03:12: Wie Sie gesagt haben, Literaturarbeit ist in Sekunden gemacht und auch Hausarbeiten können ja damit in Sekundenschnelle quasi schon geplant und generiert werden.

00:03:22: Und als Schüler der Elfenklasse kann ich daher sagen, dass sich der Schulalltag dadurch schon drastisch verändert hat, so in den letzten Jahren.

00:03:29: Und sehen Sie diese Entwicklung eher als Segen oder eher als Bedrohung, dass man viel jetzt auf KI setzt und viel dadurch plant und zusammenfasst und halt weniger selbst macht.

00:03:41: Ja also das ist natürlich die frage um die man sich da streitet und um die auch die diskussion sich quasi drehen.

00:03:49: Also gerade wie gesagt alle waren überrascht als es plötzlich kam und wie viel das schon konnte wie menschlich irgendwie dieser output war und wie gut teilweise auch.

00:04:02: Und dann gleichzeitig hat man natürlich auch gemerkt, okay, manche Fehler macht es.

00:04:07: Es kann beispielsweise hallucinieren, völlig erfundene Literaturangaben plötzlich präsentieren.

00:04:13: Und es ist insbesondere gut darin, auch Dinge zu sagen, die plausibel klingen, aber dann vielleicht doch eigentlich, wenn eine Fachperson drauf guckt, irgendwie sehr oberflächlich sind oder sogar falsch.

00:04:25: Also die Diskussionen am Anfang, da wurde auch mal eine Twitter-Analyse gemacht.

00:04:29: Worüber haben die Leute eigentlich gesprochen, in der Forschung, als es rauskam.

00:04:33: Also es ging teilweise um Verbote, es ging aber auch um Chancen, es ging um neue Prüfungsformate.

00:04:38: Also wie sinnvoll ist jetzt irgendwie so eine Hausarbeit zu haben, wenn irgendwie ChatGPT die schreiben kann.

00:04:44: Aber auch um sinnvolle Nutzung.

00:04:47: Und ich würde mich da jetzt gar nicht auf die eine oder andere Seite schlagen.

00:04:50: Also, grob gesagt kann man sagen, klar ist da total viel Potenzial, aber quasi einen individuellen Lernbegleiter hat, der einem Feedback gibt, der so eine Art individueller Coach ist, der einem Sachen auf verschiedene Art erklären kann.

00:05:02: Und gleichzeitig, wenn ich den Eindruck habe, man nimmt ihn halt nicht als Unterstützung, sondern um einfach die Arbeit für einen zu erledigen.

00:05:10: ... dann finde ich es halt auch kritisch.

00:05:12: Und gerade beim Schreiben weiß man halt irgendwie, ... ... das Schreibkompetenzaufbau auch so wichtig ist.

00:05:18: Und das, also wenn ich schreibe, ... ... also ich denke auch viel durch Schreiben eigentlich.

00:05:21: Also ich schreibe jetzt irgendwie, ... ... was will ich in diesem Forschungsartikel schreiben.

00:05:25: Ich schreibe das auf, mach mir Stichpunkte ... ... und dadurch klären sich irgendwie auch meine Gedanken.

00:05:28: Und wenn ich mir jetzt vorstellen würde, ... ... diese Schreibkompetenz wird vielleicht dann weniger wichtig ... ... oder wird stärker irgendwie ausgelagert.

00:05:37: Das wäre, glaube ich, keine gute Entwicklung.

00:05:40: Ja, es wird ja generell immer digitaler.

00:05:42: Es ist natürlich auch sehr verlockend, dass Chatchi B.T.

00:05:45: natürlich auch auf dem iPad und auf anderen Tablets von Android oder so, die ja in der Schule mittlerweile zumindest auch bei uns an der Schule erlaubt sind.

00:05:54: Ich meine, der generiert den Text und man kann es halt einfach kopieren und in deine digitale Heftar-Datei einfügen, ist beeinträchtigt.

00:06:03: Dann schon die Problemkompetenz junger Schüler, oder?

00:06:07: Also ja, ich würde sagen, sobald quasi nicht mehr selber kritisch geprüft wird, sondern einfach die Arbeit quasi delegiert wird an die KI, dann finde ich es auf jeden Fall, glaube ich, kritisch.

00:06:18: Also ich sehe das ja auch bei meinen Studierenden, dass ich da auch manchmal den Eindruck habe.

00:06:25: Gerade wenn es dann vielleicht schon der Nachmittag ist, die hatten dann auch schon zwei Vorlesungen vorher, dann gibt es ein Seminar, wo man eigentlich Sachen vertiefen soll.

00:06:32: Das ist aber vielleicht nicht klausurrelevant.

00:06:34: Die sollen sich in Gruppen dann nochmal bestimmte Anwendungsbeispiele überlegen.

00:06:38: Und denen dann manchmal vielleicht vor der Entscheidung entweder wir reden jetzt zwanzig Minuten über das Thema oder wir trinken jetzt ein Kaffee, schmeißen die Frage von der Folie von Herrn Lansen in Chat GPT rein und kriegen eine schöne Antwort.

00:06:50: Und dann gibt es einen Teil von mir, der auch versteht, zu sagen, okay, Ich verstehe die Motivation, weil ich glaube auch, das ist schon so eine, selbst nicht wissenschaftlich, aber so eine, also das ist so eine gewisse Tendenz zur Kognitivum-Faulheit allgemein bei Menschen gibt.

00:07:04: Irgendwie ist es anstrengend, sich damit zu beschäftigen.

00:07:06: Und wenn ich es nicht muss, dann mache ich es vielleicht auch nicht.

00:07:11: Aber gleichzeitig die meisten machen es dann doch selber, weil sie, glaube ich, auch verstanden haben.

00:07:14: Deshalb bin ich ja hier irgendwie in der Schule oder im Studium.

00:07:18: Und das ist ja eigentlich der Zweck von dem.

00:07:20: Und ich glaube, dass es da auch Man probiert es am Anfang mal aus, da ist man vielleicht fasziniert, was es alles kann.

00:07:27: Und dann kann ich mir aber auch vorstellen, dass es vielleicht so ein Reflexionsprozess hin gibt zu sagen, okay, aber ich soll ja hier was lernen und möchte das auch und muss das auch irgendwie für meine Zukunft.

00:07:37: Und dass man dann es eher wieder als Unterstützung nimmt, zum Beispiel sich da irgendwie Lernfragen davon generieren zu lassen oder individuelles Feedback zu kriegen.

00:07:48: Und dafür ist es dann auch wieder gut.

00:07:51: könnte andersrum auch sagen, eigentlich träumt die Lehrlernforschung seit langer Zeit eigentlich von so einem individuellen Lernbegleiter eigentlich, also in den in den fünftiger Jahren schon gab es irgendwie zurzeit, also da hat man sich eigentlich auch schon gedacht, dieser Frontunterricht für all das gleiche, das passt ja eigentlich gar nicht so gut, wenn unterschiedliche Lerntempo vorliegt.

00:08:14: oder hat man so Wie hieß das denn damals?

00:08:16: Noch programmed instruction, so eine Art Riesenschreibmaschinen gehabt, wo man dann in individueller Geschwindigkeit durch bestimmte Lerntexte gehen konnte und dann da auch so kleine Aufgaben beantworten sollte und Feedback bekommen hat.

00:08:32: Über so sehr einfache Modelle in den Achtzigern und neunzigern, die eigentlich auch schon so ähnliches leisten sollten, also die ja immer nur für ganz spezifische Bereiche dann eigentlich waren, zum Beispiel nur für eine bestimmte Art von Rechnungen lernen, einem sehr Feedback zu geben, was man falsch macht.

00:08:47: Und jetzt hat man plötzlich dieses Tool, was das Potenzial hat, das Flächendecken zu machen.

00:08:53: Da steckt schon auch viel Potenzial drin.

00:08:56: Wir hatten ja in unserem Podcast Brandwissen schon eine Folge über Selbsteinschätzung gemacht, die meine Kollegin, so zu sagen, Minell geleitet hat.

00:09:03: Inwiefern kann da Chachibiti oder künstliche Intelligenz auch helfen, sich selber einzuschätzen?

00:09:09: Na ja, also auf jeden Fall denke ich, na ja, das ist so ein bisschen die Frage.

00:09:13: Also wenn es jetzt darum geht, in der Theorie würde ich sagen, ließe sich damit ja schon ein Tool bauen, das beispielsweise Texte Konstruktiv kritisch bewertet.

00:09:22: also das hängt dann so ein bisschen von der Qualität auch der Prompt ab.

00:09:26: aber dass man sagen wird okay das ist jetzt hier meine Hausarbeit im Bachelor Studium.

00:09:30: Wie würdest du die bewerten?

00:09:32: was in kritische Punkte stärken schwächen welche Noten würdest du vergeben?

00:09:37: das kann man schon also.

00:09:38: machen.

00:09:39: also und auf die art würde ich denken dass man da schon eine akkuratere selbsteinschätzung für konkrete leistungen vielleicht mit so k.i.

00:09:46: Unterstützung.

00:09:48: Generieren könnte.

00:09:49: allerdings hat k.i.

00:09:49: ja auch immer die tendenz einem gefallen zu wollen.

00:09:52: also so.

00:09:53: Dass man quasi sagt eigentlich ist es ja auch wo ist ja auch so trainiert dass quasi menschliche beobachter sagen das war eine hilfreiche antwort und viele leute hören natürlich gerne das was sie sowieso auch finden.

00:10:06: Insofern habe ich den.

00:10:08: auch die Erfahrung gemacht, dass es meistens nicht so kritisch ist und sich sehr stark auch von meinen Proms oder meinen Voreinstellungen auch beeinflussen lässt.

00:10:16: Also jetzt pizzt gesagt, wenn ich jetzt einen Text habe, den ich nicht so gut finde und sage, ja, aber der hat aber noch deutliche Schwächen oder so, dann stimmt er mir schon zu.

00:10:24: Aber wenn ich jetzt sage, dieser Text ist ja eigentlich fast fertig, ich finde den super, dann sagt er meistens, ja, es sind nur noch Kleinigkeiten.

00:10:30: Man kann natürlich so ... Man kann bei manchen KI's, wahrscheinlich bei allen, ich kenne jetzt nur GPD, so eine Art Grundprumpt einstellen, wo man quasi so eine Art Grundhaltung der KI mitgibt, sondern kann, da habe ich jetzt euch vom Kollegen gehört und mache das jetzt auch selber so, dass man sagt, bitte sei immer kritisch, sei ein kritischer Freund, hinterfragt alles kritisch, argumentiere wissenschaftlich, so was.

00:10:54: Ja, und dann halt diese Alternenzen ein bisschen entgegenzuwirken.

00:10:57: Ja, ich finde es generell faszinierend, wie man so eine künstliche Intelligenz nur durch Fragestellung im Prinzip, das ist ja dann das Einzige, was man da im Prinzip machen muss.

00:11:04: Man muss halt eine gezierte Frage stellen, um ein genaues Ergebnis zu bekommen, wie man die dadurch komplett beeinflussen und steuern kann, sollte sowas vielleicht dann auch Teil des Schulunterrichts werden, also wie man einen Umgang mit KI sozusagen findet.

00:11:17: Also mein Vorschlag wäre da zum Beispiel in der Grundschule, dass man den Kindern gleich im Informatikunterricht oder ... Ja, ich weiß nicht, was da vielleicht für Medienfächer oder so.

00:11:24: bei uns gab es so was in der Art, dass man da schon direkt den Schülern in jungen Alter erklärt, das sind die Gefahren von KI, aber so könnt ihr sich auch für euch nutzen und so könnt ihr sie effektiver machen.

00:11:35: zum Beispiel, wäre das zum Beispiel eine Lösung?

00:11:38: Auf jeden Fall.

00:11:39: Ja, also kurz gesagt ja genau und das entspricht auch den Empfehlungen beispielsweise der Expertinnen, also da gibt es ein Empfehlungspapier, beispielsweise vom sogenannten Bildungsrat, also der ständigen wissenschaftlichen Kommission der KMK und auch von der Kultusministerkonferenz selber, die sagen, klar, wir brauchen auf jeden Fall Medienbildung.

00:11:58: Also so, man muss verstehen, wie die KI funktioniert, zumindest grob.

00:12:03: Also ich würde sagen, in dem technischen Detail verstehe ich das jetzt zum Beispiel auch nicht, als Phytonkologischer Psychologe, da müssten sie dann wahrscheinlich jetzt jemanden aus der Informatik.

00:12:11: grob zu verstehen, okay, wie wird die trainiert, was sind die Trainingsdaten, irgendwie dieses Prinzip der Wahrscheinlichkeit des Vorhersages der nächsten Wörter, dass sie eigentlich keinen Wissen im engeren Sinne hat, dass sie Bayerisches reproduzieren kann, Vorurteile reproduzieren kann, rassistische, sexistische, die halt in den Trainingsdaten sind, dass sie Fehler machen kann.

00:12:34: So viele werden dann ja auch immer wieder gefixt, aber es gibt ja immer wieder neue Beispiele, dass irgendwie einfache Dinge wie eigentlich das kleine einmal eins oder der Anzahl, wie oft kommt ein Buchstabe in einem bestimmten Wort vor, dann plötzlich irgendwie falsch angegeben wird.

00:12:48: Also das würde ich schon als Teil dazu, also dass man ein bisschen was über Device und dass man dann halt auch genau so was wie Promptuning, wie kann man irgendwie gute Prompts erstellen.

00:12:57: Häufig geht es dann ja auch nicht um den ersten Prompts, sondern um das Nachfragen.

00:13:01: und auch so zu kritischen Überprüfungen.

00:13:03: Da sind sich eigentlich alle Empfehlungen einig, dass man das irgendwie sagen würde, klar, das muss irgendwie, also es sollte jetzt in der Schule irgendwie sowieso, man kann sowieso nicht generell verbieten, aber man sollte da halt eine Medienbildung haben und man sollte das unbedingt einschließen lassen.

00:13:16: Und dann braucht man natürlich vorher Lehrkräfte fortbildung machen, weil für die ist es ja auch neu, die müssen das erstmal lernen.

00:13:22: Und die SDK, also hier Bildungsrat Expertin, die haben tatsächlich auch sich dahingehend geäußert, dass sie sagen Grundschule lieber noch nicht, aber eher so im Sinne von Da geht es auch um den Erwerb von grundlegenden Schreibkompetenzen.

00:13:34: Da geht es darum, dass man es selber lernt.

00:13:37: Und wir wissen einfach zu wenig drüber.

00:13:39: Das war, wie gesagt, das hat irgendwie viele überrascht.

00:13:41: Es gibt kaum ganz konkrete Forschung dazu.

00:13:44: Und sie haben dann gesagt, okay, in der Grundschule lieber nicht und in der frühen Sekundarschule vielleicht auch vorsichtig sein, aber danach.

00:13:51: Ausprobieren.

00:13:52: und da haben sie auch gesagt, wir können jetzt auch nicht jahrelang Forschung dazu machen, während das so schnell, sondern wir müssen irgendwie ausprobieren, mit einer positive Fehlerkultur ist so ein bisschen ihre Message, also zu sagen, okay, wir gucken einfach mal, was kann man da, wie kann man es einsetzen und sind so ein bisschen neugierig, wie man es gut machen kann und dürfen auch mal Fehler dabei machen und sagen, okay, war vielleicht doch keine gute Idee, das so zu machen.

00:14:14: Ich glaube, neben den Herausforderungen, die sich natürlich die Schüler stellen müssen, also was Bewertungen oder richtiger Umgang mit KI angeht, haben sie ja auch schon angesprochen.

00:14:22: Die Lehrer müssen dann auch sofort Bildung natürlich und müssen natürlich auch schauen, wie kann man KI gut integrieren, weil ignorieren kann man es nicht mehr.

00:14:30: Also dafür ist sie schon zu groß und sie wird auch nicht mehr weggehen.

00:14:33: Also es wird immer nur noch weiter nach vorne gehen mit künstlicher Intelligenz.

00:14:38: Wie können Lehrer oder in ihrem Fall auch Professor an Universitäten dem Umgang mit KI bewerten.

00:14:46: Es ist ja auch nicht immer hundertprozentig einsichtbar, ob es künstliche Intigenz ist.

00:14:49: Gibt da zwar Tools im Internet, die dann irgendwie Prozentzahlen ausrechnen, wie wahrscheinlich das jetzt von KI generiert wurde, aber es sind ja keine handfesten Beweise sozusagen.

00:15:01: Ja, also da würde ich auch sagen, stecken die Konzepte so ein bisschen, glaube ich, auch in den Kinderschulen.

00:15:06: Es gibt natürlich so einzelne Handlungsanweisungen von jeweiligen Schulen oder Universitäten, also bei uns zum Beispiel.

00:15:12: Würde man auf jeden Fall KI-Nutzung ausweisen müssen.

00:15:16: Also man darf KI nutzen für Hausarbeit oder Abschlussarbeit.

00:15:19: Man muss es aber ausweisen.

00:15:21: Also wofür man es genutzt hat, nur zur sprachlichen Überprüfung oder irgendwie, weiß ich nicht, zur stilistischen Änderung oder für Kulierung von irgendwelchen Antworten.

00:15:31: Also wenn man soll sagen, wozu, dann gibt es KollegInnen, die sagen, ich will tatsächlich alle Proms haben.

00:15:36: Ich will so eine Art komplette Dokumentation der Arbeit mit der KI wie so ein Quellenverzeichnis.

00:15:42: andere sagen es finde ich eher nicht so sinnvoll.

00:15:45: man kann sich auch auf die.

00:15:47: Position stellen.

00:15:48: ich finde es eigentlich gar nicht so unsympathisch überhaupt auch noch nicht vertief genug drüber nachgedacht dass man sagt okay irgendwie.

00:15:54: War ja die allein Autorenschaft eines Textes schon immer irgendwie eine Illusion.

00:15:59: also man hat andere Sachen gelesen.

00:16:00: natürlich muss man sich dann auch muss man dann eigentlich die Sachen zitieren.

00:16:04: aber.

00:16:06: Und.

00:16:07: Dass man dann auch sagen könnte, man guckt einfach nur auf das Endprodukt und entweder hat die Person KI offensichtlich so kompetent angewandt und auch quasi kritisch geprüft, dass dann sinnvoller Text bei rauskommt oder man merkt halt, das klingt zwar vielleicht sprachlich gut, aber inhaltlich ist es doch irgendwie schwach oder sehr generalisierend oder macht dann doch irgendwie keinen Sinn.

00:16:28: Das ist ja so eine Tendenz von der KI, dass es irgendwie sprachlich gut klingt, aber manchmal fehlt es dann doch der Inhalt irgendwie sehr verwaschen oder.

00:16:36: Das ist redundant.

00:16:39: Und dass man dann halt so gut anbeweht, man die Arbeit entsprechend schwächer.

00:16:42: Also das wäre quasi eine Radikalposition zu sagen, ist mir egal, ob KI genutzt wurde oder nicht.

00:16:46: Ich bewerte das Gesamtergebnis von Nutzer plus KI, Nutzer Kompetenz plus KI.

00:16:51: Und differenziertere Positionen werden dann halt zu sagen, okay, ich muss das irgendwie angeben.

00:16:55: Bis hin zu, ich habe natürlich auch Prüfungsformate dann ganz ohne KI.

00:16:59: von der klassischen Flausur, mündlichen Prüfungen, Präsentation.

00:17:02: Also ich sollte dann schon auch irgendwie was haben, wo die KI dann nicht so richtig mit rein spielt.

00:17:08: Mit diesen Zusammenfassungen ist quasi wie alles im deutschen Schulsystem.

00:17:11: Es variiert sozusagen von Lehrer-Lehrkraft zu Lehrkraft, wie man das bewertet.

00:17:16: Also ich kann auch bei meinen Lehrern ist es nicht Fisch und nicht Fleisch.

00:17:20: Also ein Lehrer sagt dann ja macht mit KI, am Ende müsste die Klausur ohne KI schreiben und dann habt ihr den Salat.

00:17:27: andere sagen wirklich, ja, keinen KI-Notzen so, es bringt euch nichts, hilft euch nicht weiter.

00:17:33: Und zum Beispiel in einem Fach bei mir im Deutschleistungskurs ist dann wirklich wenn Sachen teilweise einfach gar nicht mehr bewertet, weil die Gefahr ist, dass man sie mit KI macht.

00:17:41: Also dann darf man halt die Dinge zu Hause arbeiten und so, aber dafür wird es dann halt nicht bewertet, in einer handfesten Punkt sei.

00:17:49: Also es ist schon verrückt, wie das variiert.

00:17:58: Das mitbringen sie.

00:18:03: Sie haben auch einen Gegenstand mitgebracht zur künstlicher Intelligenz.

00:18:06: Wollen Sie den mal vorstellen?

00:18:08: Ja, genau.

00:18:09: Also ich habe den gesucht und dann jetzt doch nicht indem es in den mitgebracht, sondern hier nur ein Ersatz.

00:18:15: Also ich wollte eigentlich einen Taschenrechner mitbringen, um halt so ein bisschen drüber nachzudenken.

00:18:18: Okay, es gab auch früher schon Hilfsmittel.

00:18:22: die einen dinge abgenommen haben.

00:18:24: gleichzeitig hat man dann aber trotzdem weiterhin zum beispiel gelernt wie man schriftlich addiert subtrahiert multipliziert dividiert.

00:18:31: gut das wird jetzt ja anscheinend vielleicht abgeschafft habe ich letztens gelesen.

00:18:34: schriftlich

00:18:35: dividieren

00:18:36: ja aber so prinzipiell ist man da.

00:18:38: trotzdem ist es wichtig das irgendwie selber zu können.

00:18:40: Ähm, insofern dachte ich irgendwie an diese Analogie von dem Taschenrechner.

00:18:45: Ähm, und klar, genau, ganz kurz, dann habe ich ihn aber nicht gefunden, ich besitze tatsächlich keinen mehr.

00:18:50: Insofern zeige ich vielleicht einfach kurz die Taschenrechner App von meinem Handy, die halt auch nur einfach rechnen kann.

00:18:56: Bei der man sich aber interessanterweise selbst bei den alten Modellen immerhin sicher sein konnte, dass es richtig rechnet.

00:19:01: Das ist ja bei ChatGPT dann tatsächlich manchmal entscheidend so, dass es auch noch Fehler dabei machen.

00:19:07: In

00:19:07: Naturwissenschaften kann der Mann noch nicht so gut da.

00:19:09: Ja,

00:19:10: genau.

00:19:11: Und gleichzeitig aber auch natürlich dazu zu sagen, das ist eine sehr vereinfachte Analogie.

00:19:14: Man könnte jetzt auch sagen, ist es eben... Nicht so, dass es nur einen spezifischen Einsatzzweck gibt, sondern man hat jetzt eben eine totale Breite über Fächer, über Anwendungsgebiete.

00:19:26: Man hat wahrscheinlich doch was Qualitativ anderes, über das man anders nachdenken muss, als jetzt nur dieses Hilfsmittel Taschenrechner.

00:19:33: Und ich hatte, ich sehe gerade noch den Spiegel von der Podcastaufzeichnung zur Selbsteinschätzung.

00:19:40: Und das könnte man natürlich auch für die KI irgendwie nehmen.

00:19:43: Also sie reproduziert unsere eigenen Biases.

00:19:46: Sie letztlich basiert auf den menschengemachten Trainingsdaten.

00:19:50: Das würde vielleicht auch irgendwie passen.

00:19:53: Ja, wir haben ja schon aufgegriffen.

00:19:55: Also KI hat sich in den letzten Jahren erst mal vorgekommen erstmals und ist dann immer weiter besser geworden.

00:20:02: Und auch für einen geringen Preis oder gar keinen Preis kann man wirklich viel mit ihr anstellen.

00:20:08: Wie stellen Sie sich künstliche Intelligenz in der Schule in zehn Jahren vor, so als kleinen Ausblick?

00:20:17: Gute Frage.

00:20:17: Ich weiß nicht, ob das jemand realistisch einschätzen kann.

00:20:20: Letztens habe ich ja noch mal gelesen, dass die CEOs von OpenAI und diesen anderen Firmen, ich glaube jetzt für das Jahr für das Jahr für das Jahr, ich weiß nicht, ob sie das wieder geändert hat schon, quasi die Vorhersage machen, dass dann diese Generalize Artificial Intelligence, also dass man dann wirklich auf dem menschlichen Level sein soll.

00:20:39: Das heißt, das wäre ja noch acht Jahre danach, dann wäre man ja schon eigentlich bei so einer super Intelligenz.

00:20:46: Also finde ich total schwer vorherzusagen, also ich sicherlich wird die irgendwie stärker integriert sein.

00:20:53: Und was halt jetzt versucht wird zu machen irgendwie in der Schnelle der Zeit ist zu gucken, okay, was gibt es denn für.

00:21:01: konkrete Lernanwendungen, können wir die irgendwie versuchen, zu bewerten in aller Schnelle auf Basis von, wie wissenschaftlich sind die, wie evidenzbasiert, sind die datenschutztechnisch okay, sind die irgendwie ja irgendwie fachlich sinnvoll?

00:21:17: und das so ein bisschen zu klassifizieren und dann auch zu gucken, was können die Schulen da irgendwie einsetzen?

00:21:21: und ich würde schon vermuten, dass es dann mehr einfach bessere E-Learning-Tools gibt als sie jetzt schon gibt.

00:21:28: Es gibt ja jetzt auch schon welche, es wird auch schon viel genutzt und dass das dann einfach individueller sein kann.

00:21:33: Also so konkret auf meine Antworten halt mehr Feedback geben, mir neue Fragen stellen, adaptiv, je nachdem wie ich geantwortet habe, schwieriger oder leichtere, meinen Lernverlauf irgendwie besser abbilden, vielleicht meiner Lehrkraft eine bessere Übersicht noch darüber geben, wie, wer jetzt quasi ... Wie meine ganzen Schüler in jetzt welche Aufgaben die jetzt irgendwelche Reihenfolge wie gelöst haben wir Empfehlungen daraus ableiten und so weiter.

00:22:01: Ja und gleichzeitig hat man ja irgendwie das Problem, dass man so ein öffentliches Schulsystem hat dann diese ganzen privaten Entwicklungen.

00:22:08: man will das jetzt vielleicht auch nicht diesen Firmen so stark in die Hand geben die sagen wir machen da jetzt alles besser damit wir haben diese tollen Tools.

00:22:17: Ich finde es echt schwierig vorher zu sagen wie das wie das sein wird.

00:22:21: Ich glaube, es ist auch einfach sehr schwierig, diese enorme Entwicklung von künstlicher Intelligenz, die sich ja auch meinig in ein paar Jahren selber dann entwickeln kann.

00:22:29: Also, die dann irgendwie einzufangen, ist, glaube ich, enorm schwierig.

00:22:34: Ja, genau.

00:22:34: Also, dann ist man dann eigentlich auch schon weg von irgendwelchen, was jetzt ein pädagogische Psychologe dazu sagen könnte hin zu diesen philosophischen, technischen Diskussionen.

00:22:41: Genau.

00:22:42: Was passiert dann, wenn die irgendwann wirklich schlauer ist als wir, wenn die sich selber entwickelt?

00:22:46: Wie kann man die klein halten?

00:22:47: Wie kann man irgendwie die kontrollieren?

00:22:48: Ja, auch spannend.

00:22:50: Da hoffe ich einfach immer nur, dass das irgendwie gut ausgeht.

00:22:54: Ja, ich glaube, das hoffen wir alle.

00:22:56: Was raten Sie Schülern oder Studenten im Umgang mit künstlicher Intelligenz?

00:23:02: Ja, also da würde ich ziemlich klar sagen, was ich auch vorhin schon so angedeutet habe.

00:23:07: Lasst euch nicht oder nutzt sie nicht, um euch Aufgaben abzunehmen, die jetzt gerade irgendwie erst mal anstrengend wirken oder so, sondern tatsächlich als Unterstützung, um sie irgendwie als kritischem Lernpartner Und aber ja, versucht wirklich, versucht ein bisschen, was darüber zu lernen, wie die funktionieren, probiert auch ein bisschen was aus, was für ein Output bekomme ich, mit welchem Input und versucht aber, bestimmte Dinge so gut selber zu können, dass ihr auch den Output prüfen könnt, also tatsächlich.

00:23:38: Ja, sie kann einem super dabei helfen, programmieren zu lernen, aber ich sollte es auch selber lernen, sodass ich dann auch die Fehler, die es trotzdem macht, z.B.

00:23:46: sehe und nicht nur sage, programmier du das für mich oder andersrum beim Text zu schreiben eben auch, soll ich halt ein eigenes Gefühl dafür haben, passt dieser Text zu mir, ist der gut, ist die Argumentation sinnvoll, also nicht daran delegieren, sondern sich unterstützen lassen.

00:24:01: Ja, und ich kann auch nochmal mich an alle Wänden, die jetzt so in meinem Alter stecken und gerade Abitur MSA was auch immer machen.

00:24:08: Es hilft schon, wenn man künstliche Intelligenz manchmal ausschaltet, manchmal wegmacht, mal einen Arbeitsauftrag auch mal wieder, so wie damals selbst macht.

00:24:16: Und wenn man sie benutzt, quasi mit ihr zu arbeiten, als wäre es ein Lernpartner sozusagen.

00:24:21: Also auch, ich habe Geschichteleistungskurs, zum Beispiel noch.

00:24:25: Es hilft schon, zum Beispiel, es gibt ja auch eine Sprachfunktion, mit dem einfach zu reden über irgendwelche Themen.

00:24:29: Das ist gerade in so gesellschaftlichen Sachen sehr, sehr hilfreich.

00:24:35: Ja.

00:24:36: Heute wurde deutlich künstliche Intelligenz weder der Untergang der Schule, zumindest noch nicht, noch die Lösung aller Bildungsprobleme.

00:24:43: Sie ist ein Werkzeug.

00:24:44: im Prinzip und wie bei jedem anderen Werkzeug, kommt das darauf an, wer sie benutzt, wofür man sie benutzt, wie oft man sie benutzt.

00:24:51: Und ja, Lernen bleibt also nach wie vor Kopfsache und mit ein bisschen mehr Rechenpower im Hintergrund dann wahrscheinlich.

00:24:58: Genau, aber besser hätte ich nicht zusammenfassen können.

00:25:01: Ja, danke schön.

00:25:02: Danke, dass Sie da waren.

00:25:04: Ja, ich hab mich gefreut, danke für die Einladung.

00:25:14: Das war Brandwissen, junge Fragen an kluge Köpfe.

00:25:18: Der Podcast, der eure Neugier entfacht, produziert von Pro Wissen Potsdam in Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedern, den wissenschaftlichen Instituten, Universitäten und Hochschulen.

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