#17 Wenn Pflanzen reagieren – Anpassung an Hitze, Kälte und Klima

Shownotes

Pflanzen passen sich an – aber wie weit?

Pflanzen stehen an einem Ort und können nicht ausweichen. Und trotzdem schaffen sie es, sich an ganz unterschiedliche Umweltbedingungen anzupassen. In dieser Folge von BRANDWISSEN spricht Moderatorin Minel mit Emilian Paulitz vom Sonderforschungsbereich 1644 am Institut für Biochemie und Biologie der Universität Potsdam über ein zentrales Thema der Pflanzenforschung: die sogenannte phänotypische Plastizität. Dabei geht es um die Fähigkeit von Pflanzen, ihr Aussehen und ihre Eigenschaften zu verändern – obwohl ihre Gene gleichbleiben.

Was ihr in dieser Folge erfahrt • Was „phänotypische Plastizität“ bedeutet und warum sie wichtig ist • Wie Pflanzen auf Hitze, Kälte oder Wassermangel reagieren • Welche Rolle Proteine dabei spielen könnten • Warum Pflanzen sich anpassen müssen, um zu überleben • Wo die Grenzen dieser Anpassungsfähigkeit liegen • Warum dieses Wissen für Landwirtschaft und Ernährung entscheidend ist

Das Mitbringsel

Emilian hat ein Experiment mitgebracht, das zeigt, wie unterschiedlich sich Pflanzen entwickeln können – obwohl sie eigentlich identisch sind. Was genau dahinter steckt, erfahrt ihr in der Folge.

Warum das für uns wichtig ist

Mit dem Klimawandel verändern sich die Bedingungen für Pflanzen weltweit. Die Forschung versucht zu verstehen, welche Mechanismen hinter dieser Anpassung stehen, um dieses Wissen auf Nutzpflanzen wie Weizen, Mais oder Reis zu übertragen.

Modellpflanzen und Forschung

Viele Erkenntnisse stammen aus sogenannten Modellpflanzen, die im Labor untersucht werden. Die zugrunde liegenden Mechanismen sind oft in vielen Pflanzenarten ähnlich, sodass sich Ergebnisse übertragen lassen. Dabei hilft auch das Verständnis von Genen und deren Aufbau. Gene bestehen aus molekularen Bausteinen, deren Reihenfolge bestimmt, welche Eigenschaften ein Organismus entwickeln kann.

Ein Blick auf unsere Lebensmittel

Die Folge zeigt auch, wie eng unser Alltag mit Pflanzenforschung verbunden ist: • Bananen im Supermarkt sind genetisch identische Klone • Erdbeeren besitzen ein besonders komplexes Erbgut und können deshalb ungewöhnlich große Früchte entwickeln Was wir essen, ist also das Ergebnis von Anpassung, Züchtung und Forschung.

Moderation: Minel

Hier gibt es weitere Informationen zu den Anpassungskünstlern, den Pflanzen.

Und hier zu den Sonderforschungsbereichen der Universität Potsdam.

Transkript anzeigen

00:00:07:

00:00:24: Herzlich willkommen zu Brandwissen.

00:00:26: Schön, dass ihr dabei seid!

00:00:28: Heute geht es um phänotypische Plastizität von Pflanzen.

00:00:31: Was bedeutet das eigentlich genau und was heißt das für unsere Zukunft?

00:00:35: Darüber spreche ich heute mit Emilian Paulitz von der Universität Potsdam.

00:00:40: Er wird gerne geduzt, deshalb darf ich eh mehr sagen.

00:00:43: Schön, dass du da bist!

00:00:44: Hallo schön, dass ich hier sein kann.

00:00:46: Wenn man das ganz einfach erklärt... Das ist so ein Fachbegriff phänotypische Plastizität.

00:00:52: Was kann man damit anfangen?

00:00:53: Was heißt das?

00:00:54: Also schauen wir uns mal die beiden Teile an.

00:00:56: vielleicht also einen Phänotypen.

00:00:58: das heißt in der Biologie immer das was man außen sieht von einem Lebewesen bei Menschen zum Beispiel die Haarfarbe so kann man sich es ganz gut vorstellen.

00:01:06: Bei Pflanzen ist es dann, wie groß sie sind zum Beispiel.

00:01:09: Welcher Form von Blättern Sie haben?

00:01:11: Solche Sachen natürlich für Nutzpflanzen auch immer interessant.

00:01:15: Wie viel Ertrags ihr geben

00:01:16: z.B.,

00:01:17: wer auch ein Phenotyp und dann die Plastizität.

00:01:20: kann man... Das ist die Eigenschaft von einem Organismus obwohl man die gleichen Gene hat.

00:01:25: also zum Beispiel zwei ein eigenige Zwillinge dass die unterschiedlich aussehen können je nachdem was sie für Umweltbedingungen vorfinden.

00:01:34: das jetzt auch wieder ein bisschen abstrakt.

00:01:36: Also zum Beispiel zwei Pflanzen, die genetisch genau gleich sind.

00:01:40: Wenn sie einmal in der Kälte und einmal in den Wärme wachsen, dann sehen die anders aus.

00:01:44: Und die haben sich also sozusagen angepasst an diese Umweltbildungen.

00:01:47: Also komplett aber ohne Genveränderung?

00:01:49: Also wirklich einfach nur pure Anpassungsfähigkeit von Pflanzen?

00:01:53: Genau das!

00:01:56: Beispielsweise haben wir vielleicht eine Pflanze, die auch ne Zimmerpflanze bei uns ist.

00:01:59: Die wir vielleicht auch im Blumentopf sehen denken, die sieht ja immer so aus aber eigentlich sogar draußen in der Natur ganz anders aussieht?

00:02:07: Das könnte man sich natürlich vorstellen!

00:02:09: Man kann sich natürlich auch vorstellen, eine Zimmerpflanzer wird gewässert, die andere nicht so.

00:02:12: Kann man sich vorstellen was am Ende daraus

00:02:14: kommt.

00:02:15: Ja,

00:02:16: meine

00:02:16: Erfahrung.

00:02:17: So mein Zimmer das sind glaube ich die Pflanzen, die man sich ungewässert gut vorstellen kann.

00:02:24: Warum ist es denn überhaupt wichtig, dass sich Pflanzen so gut anpassen können?

00:02:28: Na die müssen ja erstens in der Natur auch überleben und an ganz verschiedenen Stellen wachsen können.

00:02:34: Weil Pflanzen können ja nicht einfach wie Menschen sagen okay in dieser Stelle ist mir jetzt gerade zu heiß ich gehe mal ein Schatten.

00:02:40: Pflanzen sind irgendwie da wo sie sind eben fest das heißt in der natur.

00:02:44: Es ist für Sie wichtig dass Sie sich genau da wo Sie sind wo Sie als Samen gelandet sind wo sie dann wachsen Gut anpassen.

00:02:51: Also wenn es heiß ist, dass sie dann da Mechanismen entwickeln.

00:02:55: Dass sie nicht überhitzen, wenn's kalt ist, das sie nicht effrieren und solche Sachen.

00:03:01: Und für uns in der Forschung ist es natürlich auch immer interessant zu wissen wie das bei Pflanzen genau funktioniert damit wir Nutzpflanzen züchten können also zum Beispiel Mais oder Weizen, den man dann anbauen würde.

00:03:16: Dass man dann sagt okay ich möchte jetzt Weizen haben dem man an einem besonders trocknen Standort gut anpflanzen kann oder an einem Standort wo es besonders heiß ist oder wo der Boden nicht so gut ist dass man dann weiß ok wie kann ich das denn jetzt erreichen?

00:03:29: Dass ich einen Weizen bekomme der da gut wächst und damit gut zurechtkommt?

00:03:34: Und wie macht die Pflanze das?

00:03:35: also was passiert in der Pflanzen, dass sie sich überhaupt zu verändern können?

00:03:39: Das ist eine sehr gute Frage, das ist genau das was wir herausfinden möchten.

00:03:44: Eine Theorie ist natürlich dass sie diese Umweltfaktoren erstmal also die muss ich natürlich erstmal wahrnehmen.

00:03:49: Das heißt sie muss erst mal erkennen es ist jetzt heiß oder es ist kalt und das ist eine Sache die wir gerade erforschen.

00:03:55: da ist eine Theorie das es sogenannte Proteine gibt.

00:03:59: das sind ja so große Moleküle die in allen Lebewesen ganz verschiedene Dinge tun.

00:04:05: Und diese Proteine, die haben eine andere Form.

00:04:07: Wenn es eine bestimmte Temperatur überschreitet und dann wieder ne andere Form wenn sie eben ein bisschen kälter ist.

00:04:14: Und je nachdem welche Formen diese Proteinen haben zum Beispiel können Sie dann wieder ganz andere Prozesse in Gang setzen, die dann eben die richtigen Prozisse in der Pflanze aktiviert.

00:04:26: Also hat man da einen Und da schied jetzt gemerkt, also nicht irgendwie zwischen warm und kalt sondern wirklich eine Pflanze die nicht in Ort gewechselt hat dort geblieben ist.

00:04:36: Und jetzt durch den Klimawandel sich verendet hat?

00:04:38: Klar der Klimawandel betrifft natürlich alle Pflanzen Also eine Pranze die an einer bestimmten Ort wächst.

00:04:44: sie merkt natürlich wenn es dann heißer oder kälter wird Bäume legen jetzt etwas länger als kleine Unkräuter zum Beispiel bei denen kleinen Unkräutern.

00:04:52: Die machen dann neuen Nachwuchs.

00:04:55: Dieser neuen Nachwuchs muss sich damit zurechtkommen, dass es wärmer ist als ihre Mutterpflanze das noch erlebt hat.

00:05:01: Und genau so geht's natürlich auch den Nutzenpflanzen auf unseren Feldern.

00:05:07: Wenn es eben noch heißer oder trockener wird in einem bestimmten Ort nicht mehr die gleichen Sachen anbauen wie noch vor fünfzig Jahren.

00:05:12: Gibt es einen Grenzen?

00:05:13: Dass sich Pflanzen ab einem bestimmter Punkt nicht mehr anpassen können?

00:05:17: also wenn sie sich jetzt einmal angepasst haben, dass er das nicht mehr geht?

00:05:21: Wie meinst du mit denen, dass das nicht weitergeht?

00:05:23: Also, sagen

00:05:25: wir so.

00:05:26: Ich hab mich jetzt gesagt, es ist kalt draußen und ich zahme eine Jacke an.

00:05:30: Ist es mir möglich dann noch die Jacke abzulegen oder noch ne Jacke zu ziehen?

00:05:33: Oder kann ich nur mal diese Jacke nicht mehr aussehen oder was drüberziehen?

00:05:38: Also in einer Pflanze ja... Das ist auch etwas das man auf jeden Fall herausfinden muss und das bestimmt für jede Pflanzen unterschiedlich.

00:05:44: aber ich würde sagen schon zum Beispiel wenn man sich jetzt die Zimmerpflanzen anschaut, man lässt sie ein bisschen vertrocknen dann verändert die vielleicht, wirft ein paar Blätter ab.

00:05:55: Ein paar Blätter werden vielleicht ein bisschen brauen aber dann bessert man sie und dann geht es ihnen auch schon wieder besser.

00:05:59: Ich denke also eine Pflanze kann sich da schon hin und her anpassen.

00:06:04: Aber Es ist natürlich Insgesamt eine gute Frage gibt es Grenzen dieser Plastizität diese Anpassungsfähigkeit?

00:06:12: Denn Wenn es die nicht gäbe dann könnte eine Pflanze ja immer sich perfekt an den Standort anpassen, ne?

00:06:19: Dann könnte eine pflanze die eigentlich sonst hier wächst.

00:06:22: Wenn sie denn auf einmal aus irgendeinem Grund in der Wüste wieder findet sagt sie okay ist es extrem heiß, extrem trocken.

00:06:29: ich werde jetzt einfach ein Kaktus.

00:06:31: das geht natürlich nicht.

00:06:32: Ja also Pflanz wechseln wird bestimmt auch schwer gehen.

00:06:38: Sie kann sich immer grenzenlos anpassen, ihre Umgebung.

00:06:42: Also freien Faltung quasi?

00:06:44: Nee

00:06:44: genau, damit ausdrücken geht wahrscheinlich nicht.

00:06:49: Eine Pflanze kann sich vielleicht hin und her anpassen aber in bestimmten Grenzen eben.

00:06:54: Die Pflanzen die normale Blätter haben können jetzt nicht einfach immer dickere Blätter bis sie an Kaktus sind zum Beispiel.

00:07:01: Und wo diese Grenzen genau sind das ist auch eine Sache die wir herausfinden wollen.

00:07:09: Das

00:07:10: mitbringen Sie.

00:07:11: Das

00:07:11: mitbringen sie!

00:07:14: Dass uns auch eine Gleichkeit mitgebracht, die uns auch an deine Forschung erinnern soll.

00:07:18: Jetzt haben wir ganz wieder darüber geredet was du in deiner Forschung machst.

00:07:21: jetzt müssen wir auch wissen Was hast Du uns dazu mitgebracht?

00:07:25: Jawoll Also vielleicht kann ich kurz beschreiben was wir hier haben.

00:07:28: also Ich habe Als ich das mit dem podcast gehört habe vor drei wochen meinen Kollegen schufen gefragt dass er in dem Gewächshaus, indem wir unsere Pflanzen also wachsen.

00:07:39: Dass er da drei Pflanzen mitnimmt die alle genau gleich waren zu dem Zeitpunkt.

00:07:43: Also diese sind sozusagen ein eigenes Zwillinge wenn es jetzt Menschen wäre.

00:07:48: Dass der davon eine in einem Gewächshaus tut wo's extra warm ist.

00:07:52: Das sind ganz kontrollierte Bedingungen.

00:07:53: Da hast du immer bestimmte Anzahl nachts, also Dunkelheit, bestimmten Anzahlstunden Helligkeit und eine bestimmte Temperatur die eingestellt wird.

00:08:02: Und eine dieser drei Pflanzen ist eben in einer warmen... Gewächskammer, die letzten drei Wochen gestanden.

00:08:09: Eine andere in einer kalten und die eine Mitte hier ist einfach im Gewechshaus geblieben.

00:08:14: also die hatte dann tatsächlich längere Tage weil die Gewächskammern auf kürzere Tage eingestellt waren.

00:08:21: Und jetzt kann man vielleicht sehen dass obwohl die alle genau gleich waren als sie vor drei wochen in diese Kammern gekommen sind Sie jetzt ganz unterschiedlich aussehen.

00:08:33: zum Beispiel ist sie in der Mitte Die hat schon eine Blüte entwickelt Und das war die, die im Gewächshaus war.

00:08:39: Weil sie einen längeren Tag hat.

00:08:40: Jetzt ist schon März und nicht mehr so lange Nacht.

00:08:44: Deshalb ist sie für eine Blüte entwickelt.

00:08:47: Es gibt noch andere Unterschiede

00:08:49: z.B.,

00:08:50: die in der wärmeren Temperatur waren, deren Blätter gehen eher nach oben.

00:08:55: Vielleicht kann man das hier gut sehen?

00:08:57: Ja!

00:08:58: Die in der kälteren Gewächskammer war, deren blätter gehen nach unten.

00:09:02: Die sind ein bisschen gefaltet und auch dicker.

00:09:05: Das sind alles Sachen, die diese Pflanzen also machen um sich anzupassen.

00:09:08: Diese Temperaturen

00:09:10: das ist super interessant.

00:09:11: dass diese Anpassungsfähigkeit dass sie auch wirklich finde es gut dass wir jetzt immer so ein Beispiel haben was man auch direkt vor sich hat also einen beispiel wo wirklich pflanzen und unterschiedliche räume gebracht werden.

00:09:21: Unterschiede sehen.

00:09:22: was was ist hier überhaupt vorhanden was nicht?

00:09:26: was sind die veränderungen?

00:09:27: wirklich sehr spannend.

00:09:29: Was warum müssen wir menschen uns eigentlich mit diesem thema beschäftigen?

00:09:32: warum tut ihr das?

00:09:34: Erstens sind Pflanzen super interessant, sich sie anzuschauen finde ich.

00:09:38: Zweitens ist es natürlich wichtig zu wissen wie Pflanzen auf die Umwelt sich anpassen.

00:09:43: Einerseits ist das aus einem ökologischen Standpunkt sehr interessant um eben zu wissen, wie sich Ökosysteme zum Beispiel unter dem Klimawandel verändern.

00:09:52: also Sie finden dann andere Umweltbedingungen vor in der Zukunft und dann können wir uns anschauen wie sich diese Ökostäme dann verändern werden.

00:10:03: Hinsicht ist es natürlich wichtig, weil wenn wir diese Phänomene gut erforschen und erforsche welche Mechanismen genau dazu führen dass sich diese Pflanzen so verändern.

00:10:12: Wenn sie andere Umweltbedingungen vorfinden dann können wir damit überlegen wie wird das jetzt in Sorten die wir dann auch anpflanzen können übertragen können also Mais Reis Weizen solche Sachen werden wissen.

00:10:25: okay diese Gene oder dieser Mechanismus führen dazu dass die besser Hitze abkönnen.

00:10:31: Dann wäre es ja interessant, das in diese Pflanzen zu übertragen.

00:10:35: Können wir Menschen daraus überhaupt etwas lernen?

00:10:37: Können vielleicht von den Pflanzen etwas nehmen, was wir auch für uns Menschen gebrauchen können?

00:10:44: Da fällt mir jetzt aber ehrlich gesagt nichts großes ein.

00:10:46: Ich glaube Blätter, die weiter nach oben gehen, helfen uns nicht viel weiter.

00:10:50: Ja,

00:10:50: auch interessant!

00:10:50: Ich glaube, ein paar Sensoren können wir auch gebrauchten.

00:10:55: Gibt es etwas, dass wir noch nicht besprochen haben, was dir jetzt noch wichtig ist zum Thema zu sagen?

00:11:00: Es gibt noch extrem viel zu sagen.

00:11:02: Tja, wir haben natürlich ganz viele verschiedene Ansätze die wir da verfolgen bei den Forschungen die wir haben.

00:11:09: Da gibt es solche Sachen wie eben hier diese Pflanzen in verschiedenen Umgebungen tun und schauen was sich damit verändert und welche Pflanzen wir reagieren.

00:11:16: aber Und das mache ich tatsächlich auch viele Ansätze, die dann den Computer dafür benutzen.

00:11:22: Also zum Beispiel, ich baue solche Modelle von Pflanzen und schaue dann wie kann ich in diesen Modellen darstellen was in der Wirklichkeit passiert?

00:11:30: Und dadurch vielleicht herausfinden, was in dem Modell dazu führt dass es diese Veränderungen abbilden kann um daraus wieder abzuleiten, was an der Pflanze passiert ist?

00:11:40: Können wir dieses Wissen nutzen um Pflanzen eigentlich widerstandsfähiger zu machen?

00:11:44: können wir irgendwie aufpeppen Super Leistung erbringen?

00:11:49: Sicher und das ist auf jeden Fall ein Ziel dieser Forschung, wobei jetzt eben dieses eine super Leistungen zu bringen.

00:11:57: Das war natürlich lange Ziel in der Landwirtschaft und es ist natürlich auch immer noch, wo bei unserer Forschung denn eben darum geht dass diese Leistung die man ja oft auch sieht bei bestimmten Nusspflanzen, dass sie eben auch gebracht werden kann wenn sich die Umweltbedingungen verändern, wenn's heißer oder trockener.

00:12:14: Können wir Modellpflanzen, die jetzt im Labor überhaupt gezüchtet werden?

00:12:17: Kann man die Vergleiche mit Pflanzen, der sich ihren naturellen Umständen anpassen?

00:12:23: Okay.

00:12:23: Sehr gute Frage!

00:12:24: Da sind jetzt ein paar Sachen drin also Modellpfanzen an Sicht da kann man schon viel übertragen auf Pflanzen die auch wirklich dann interessant für zum Beispiel die Landwirtschafts sind.

00:12:34: das liegt einfach daran dass viele Mechanismen eben Also das nennt man dann konserviert,

00:12:39: d.h.,

00:12:39: die sind konservierte.

00:12:41: Das heißt, es sind ähnliche Mechanismen in den Modellpflanzen, die wir also im Labor untersuchen.

00:12:47: Die sind jetzt nicht unbedingt dort gezüchtet, sondern die hat man schon irgendwo gesammelt in der Wildnis.

00:12:51: aber die benutzt man eben im Labor.

00:12:54: und wenn man da zum Beispiel herausfindet okay dieses Gen macht jetzt das und dass und das funktioniert so, dass ist damit dem anderen Gen integriert, dann Proteinen herstellt was auch immer dass diese Mechanismen eben ganz oft genauso funktionieren in Mais, Weizen, Reis und das die Gene auch ganz ähnlich sind.

00:13:13: Also Gene bestehen ja – kann ich gleich nochmal kurz erklären – Gene sind kurze Abschnitte auf dem sogenannten Genom was er in jeder Zelle ist und was der Bauplan praktisch dieser Zelle isst.

00:13:27: Und dieses Genom besteht also aus molekularen Bausteinen.

00:13:31: Das kann man sich so wie Lego-Steine vorstellen die man in einen großen Turm zusammensetzt.

00:13:37: Und diese Legosteine, davon gibt es vier Stück in der Natur und das heißt, die können wir uns heutzutage sehr gut anschauen dieser Baustelle und man kann sich auch anschauen, welche Reihenfolge diese Baustellen zusammengesetzt sind.

00:13:53: Und wenn man jetzt weiß okay dieses Gehen besteht hat jetzt diese Reihen folge dann kann man in dem Genom von zum Beispiel Mais Weißen oder Reis suchen und findet häufig ein Gehen, was genau eine ähnliche Reihenfolge von diesen Bausteinen hat.

00:14:09: Und das macht dann auch tatsächlich etwas Ähnliches eben weil es konserviert ist.

00:14:14: Kriegen wir jetzt auch hin diese Bedingungen von draußen auch im Labor überhaupt nachzustellen für diese Pflanzen die wir aus ihrer gewohnten Umgebung rausgeholt haben?

00:14:23: Also hat das irgendwelche Einflüsse vielleicht sogar auf die Pflanze dass wir jetzt quasi vom einem Klima wo sie gelebt hat, auch wenn sie anpassungsfähig ist.

00:14:33: Rausreißen?

00:14:35: Auch wieder eine sehr gute Frage!

00:14:36: Ich meine einen Grund warum wir es im Labor untersuchen und nicht in der Wildnis ist natürlich dass wir wissen welche also wie's im Labor aussieht und das auch immer wieder reproduzieren können.

00:14:47: Das heißt, dass wir immer die gleichen Umgebungsbedingungen wiederherstellen können weiß ich nicht, ist jetzt im einen Jahr vielleicht ein bisschen kälter.

00:14:55: Im anderen fällt mehr Regen.

00:14:56: das heißt da kann man es nicht wiederkriegen genau die gleichen Bedingungen und es gibt auch vielmehr Umweltfaktoren.

00:15:01: also dann gibt es da einen Unkraut oder irgendwelche Insekten die die Pflanze stören und man weiß immer nicht welcher Faktor zu welcher Beobachtung gefüttert dem freien Land.

00:15:12: deshalb macht man sie eben im Labor.

00:15:16: aber natürlich wenn sie pflanzen in der Umgebung in unterschiedlichen Umgebungen waren, dann sieht man auch im Labor häufig unterschiedliche ... ja, sogenannte Finotypen.

00:15:27: Also so genannte wie diese Pflanzen reagieren.

00:15:31: Was ist das Ziel dieser Pflanzen im Labor zu untersuchen?

00:15:36: Dass man herausfindet, wie sich die verschiedenen Pflanzen also verhalten unter verschiedenen Bedingungen.

00:15:42: Da hast du ganz richtig gesagt, wenn man aus der gleichen Art Orten einsammelt und dann im Labor untersucht, okay wie verhalten die sich jetzt?

00:15:54: Wenn zum Beispiel die Temperatur steigt oder sie kürzerer Tage nur noch haben oder so etwas.

00:15:59: So wie

00:16:00: bei dir in einer Mitbringung quasi?

00:16:02: Genau!

00:16:03: Dann reagieren häufig Pflanzen, die man eben an anderen Orten gesammelt hat auf eine andere Art und Weise und auch das ist natürlich interessant herauszufinden.

00:16:10: wenn man jetzt eine Pflanze in Schweden sammelt hat, dann wird die vielleicht anders reagieren als eine pflanze die man irgendwo in Spanien wo es etwas wärmeres gesammelte.

00:16:19: Warum ist das überwichtig, dass wir uns damit befassen?

00:16:22: Ich finde Pflanzen extrem interessant weil man mit denen sehr viel machen kann und deren Gene eben so flexibel sind.

00:16:29: Also zum Beispiel... Und außerdem, dass diese Pflanzen einen großen Einfluss haben also

00:16:35: z.B.,

00:16:36: wir alle essen ja Obst- und Gemüse und sind es da gar nicht auf dem Klaren was da eigentlich dahinter steckt.

00:16:42: Zum Beispiel Bananen.

00:16:43: wenn man die im Supermarkt kauft, sind das immer die gleichen Bananien.

00:16:46: Es sind immer Clone voneinander.

00:16:49: oder zum Beispiel Erdbeeren, die hier sind sogenannte Oktaploide.

00:16:53: Das ist auch wieder ein kompliziertes Wort.

00:16:55: das heißt sie haben jedes Chromosomen was Sie haben also jeden.

00:16:59: jedes Bauteil von dem Genom haben sie achtmal und bei Menschen für ein Beispiel würde das überhaupt gar nicht funktionieren.

00:17:07: da gibt es ganz wenige.

00:17:10: Also wir haben ja jedes Chromosom zweimal und auch wenn sich da was verändert ist es sofort ein großer Unterschied.

00:17:15: Aber bei Erdbeeren zum Beispiel, das ist gar kein Problem.

00:17:17: gut dann habe ich halt jedes Chromozoom acht mal und macht dann eben größere Früchte.

00:17:21: deswegen.

00:17:22: Und außerdem kann man eben pflanzen sehr gut sogenannte also Klonen wie ich das bei den Bananen schon erwähnt habe.

00:17:31: Zum Beispiel kann man das vielleicht bei Zimmerpflanzen, da kann man einen Ast abschneiden und ins Wasser legen.

00:17:36: Dann bildet der sogenannte Wasserwurzeln.

00:17:39: Wenn man den einen pflanzt, ist es ein Klon von der Mutterpflanze, wo man ihn abgeschnitten hat.

00:17:44: Das ist natürlich auch nicht so einfach

00:17:47: bei Tieren.

00:17:48: Ich habe immer noch ein Einstehendes Erlebnis gehabt von einer für mich mutanten Erdbeere, die so groß war wie ein Apfel, wenn ich mich gefragt habe ... Ist irgendetwas schief gelaufen mit den Pestiziden?

00:18:01: Oder ist das so, ist es normal dass Erdbeeren auch aussehen können wie halbe Tennisbälle.

00:18:08: Ja, das ist bestimmt normal.

00:18:10: da bin ich jetzt kein Erdbeeerexperte aber das ist natürlich immer das Ziel von Züchtern sie größerem Früchte zu kriegen und das kommt natürlich auch oft von.

00:18:17: denen gehen einfach.

00:18:18: und das heißt ihr wissen Wenn wir noch weiter züchten, können wir vielleicht irgendwann ganz große Erdbeeren haben.

00:18:24: Aber hat das was mit Anpassung zu tun oder hat das etwas mit Genen zu tun?

00:18:27: Welchen Punkt ist es?

00:18:28: Anpassungen für die Pflanze oder die Frucht?

00:18:32: Ja auch immer.

00:18:33: Na welchem Punkt ist ein Gen, dass vielleicht vor vielen Jahren nur wieder hochgekommen ist?

00:18:39: Gute Frage!

00:18:39: Ich würde sagen bei einer Erdbäre, die groß ist wie ein Tennisball, kommt vielleicht von einer Mutation zurück.

00:18:47: Das heißt ein besonderes Ja, eine besondere Erdbeere.

00:18:52: Das heißt da wäre es dann ein Gen denn wenn es Umweltbildungen gibt die so große Erdbären hervorbringen würde man sie vielleicht ausnutzen.

00:19:04: aber ja das ist eine ganz interessante Frage die wir auch eben erforschen inwieweit können sich Pflanzen ohne ihre Gene zu verändern doch an die Umwelt anpassen?

00:19:14: Dankeschön, dass du all meine Fragen so toll beantwortet hast.

00:19:17: Ich fand das ein wirklich spannendes Gespräch, warum wir auch uns mit diesen Pflanzen die für uns so alltäglich sind wie beim Spaziergang sehen, warum es vielleicht sogar macht mehr in der Fassade zu schauen und danke schön, dass Du Deine Information mit uns geteilt hast!

00:19:31: Das war Brandwissen.

00:19:32: Schön, dass Sie alle zugehört haben.

00:19:34: Sehr schön.

00:19:35: Danke, dass ich hier sein durfte.

00:19:43: Das war brandwissen – junge Fragen an kluge Köpfe.

00:19:47: Der Podcast der Eure Neugier entfacht produziert von ProWissenPotsdam in Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedern, den wissenschaftlichen Instituten, Universitäten und Hochschulen.

00:19:57: Abonniert uns, empfiehlt uns weiter – und bleibt neugierig!

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