#27 Spielraum für Innovation – Wie wir morgen lernen

Shownotes

Spielraum für Innovation – Wie wir morgen lernen

Wie verändert Künstliche Intelligenz das Studium? Welche Fähigkeiten brauchen junge Menschen künftig wirklich? Und warum wird die persönliche Begegnung auf dem Campus trotz Digitalisierung immer wichtiger?

In dieser Folge von BRANDWISSEN spricht Moderator Jan Prüver mit Prof. Dr. Ulrike Tippe, Präsidentin der Technischen Hochschule Wildau, über die Hochschule der Zukunft. Dabei geht es um innovative Lehrkonzepte, lebensbegleitendes Lernen, KI im Studium und das neue Projekt „Spielraum für Innovation“, mit dem die TH Wildau neue Wege des Lernens geht.

Was ihr in dieser Folge erfahrt • Warum Lernen künftig noch praxisnäher werden soll • Welche Rolle Künstliche Intelligenz im Studium spielt • Weshalb KI-Kompetenz in nahezu allen Studiengängen wichtig wird • Was hinter dem Projekt „Spielraum für Innovation“ steckt • Warum Hochschulen Orte der Begegnung bleiben müssen • Welchen Rat Prof. Dr. Tippe jungen Menschen für ihre Zukunft gibt

Das Mitbringsel Prof. Dr. Tippe bringt einen kleinen Skarabäus mit – ein Souvenir ihres Enkels aus Ägypten. Der kleine Käfer begleitet sie täglich im Portemonnaie und erinnert sie an Familie, Zuversicht und daran, dass Innovation und beruflicher Erfolg immer auch eine menschliche Seite haben.

Mehr zur TH Wildau https://www.th-wildau.de

Projekt „Spielraum für Innovation“ https://www.th-wildau.de/hochschule/aktuelles/news/news-detail/spielraum-fuer-innovation-th-wildau-erhaelt-28-millionen-euro-fuer-zukunftsweisende-lehre

Wer die TH Wildau kennenlernen möchte, kann in den Herbstferien hineinschnuppern: https://www.th-wildau.de/hochschule/zentrale-einrichtungen/hochschulkommunikation/studienorientierung/schnupperstudium/

Moderation: Jan Prüver

Transkript anzeigen

00:00:07:

00:00:24: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Brandwissen.

00:00:27: Mein Name ist Jan Prüfer, heute blicken wir mitten in die Zukunft des Lerns Lebens- und Arbeitens.

00:00:32: Ich begrüße eine Frau, die eine Hochschule leitet, die sich selbst als Spielraum für Innovation versteht Die Präsidentin der Technischen Hochschulle Wildau.

00:00:39: Professor Dr.

00:00:40: Ulrike Thippe, herzlich willkommen Frau Thipper!

00:00:43: Ja vielen Dank dass ich hier sein darf.

00:00:45: Steigen wir doch mal direkt ein was muss man eigentlich studieren um Präsidentin einer Hochschule zu werden?

00:00:51: Das ist eine gute Frage und vielleicht ganz vorab damit wir nicht im Tüdel kommen mit der Ansprache.

00:00:57: Wir können uns gerne duzen.

00:00:59: Ich bin Ulrike Und das macht die Sache ein bisschen einfacher.

00:01:05: Wir versuchen auch an der Hochschule so auf Augenhöhe zu kommunizieren, also es liegt mir eigentlich auch sehr im Blut dass wir da entsprechend einfach und unkompliziert miteinander umgehen.

00:01:15: Ja, die Frage was muss man eigentlich studieren?

00:01:17: Ganz ehrlich ich habe das Studiert, was mir am meisten Spaß gemacht hat und wo ich ganz großes Interesse hatte.

00:01:25: Ich hab Mathematik mit Astronomie im Nebenfach studiert.

00:01:28: Das befähigt einen jetzt nicht unbedingt von vornherein eine Hochschule zu leiten, beziehungsweise ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen das zu tun.

00:01:36: Von daher komme ich eigentlich auch immer wieder drauf ganz ketzerisch.

00:01:40: es ist eigentlich fast egal was man studiert.

00:01:43: wichtig ist mit welcher Leidenschaft man rangeht und dann auch was man dann daraus macht und welche Türen sich möglicherweise öffnen.

00:01:52: Was ich vielleicht aber schon in mir hatte, sehr früh war einfach mal die Freude gemeinschaftlich mit anderen etwas zu gestalten.

00:01:59: Das zieht sich eigentlich durch mein ganzes Leben durch.

00:02:02: und als dann die Möglichkeit bestand auch an der Hochschule an der TH Wildau wo ich Professorin war also auch mal gestalterisch unterwegs zu sein als Vizepräsidentin für Studium und Lehre agieren zu dürfen da habe ich immer wieder immer mehr gemerkt Das wäre auch doch mal was, so die gesamte Hochschule mit allen Kolleginnen und Studierenden zusammen weiter in die Zukunft zu führen.

00:02:26: Wär großartig!

00:02:28: Aus Was besteht denn dein Alltag als Chefin einer Hochschulle?

00:02:32: Und vor welchen Herausforderungen steht die

00:02:34: THW?!

00:02:36: Ja, also der Alltag fängt eigentlich immer so an.

00:02:38: Also ich kann es ganz profan beschreiben jeden Montagmorgen machen wir eine Morgenbesprechung und zwar mit dem Kanzler.

00:02:45: Der ist ja Chef der Verwaltung.

00:02:47: Mit der Verwandlung habe ich operativ nicht viel zu tun.

00:02:50: Der Kanzlar als Chef des Haushaltes oder Beauftragter für den Haushalt und Chef der Verbindung ist natürlich aber ein ganz wichtiger Partner und den Referentinnen und Sekretärinnen.

00:02:59: da gehen wir dann mal alle Termine durch für die Woche und für die nächste Woche sehr operativ.

00:03:05: Dann haben wir regelmäßig einmal in der Woche eine sogenannte Präsidiumssitzung, denn neben der Präsidentin und dem Kanzler haben wir noch sogenannte Vize-Präsidentinnen für bestimmte Ressorts.

00:03:18: Also sprich konkret Studium und Lehre oder Forschung und Transfer.

00:03:23: Da gibt es dann wirklich nochmal Spezialisten die diese Bereiche dann eben auch bespielen.

00:03:27: Und diese Präsidiumssitzungen sind immer auch vorbereitend dafür dass innerhalb der Hochschule eben Entscheidungsprozesse auch anstoßen, denn eine Präsidentin alleine und auch ein Präsidium alleine kann nicht alles entscheiden.

00:03:43: Wir sind sozusagen ein Abbild oder so organisiert wie wir das von einer parlamentarischen Demokratie erkennen.

00:03:51: Das heißt ich habe so eine Art Aufsichtsgremium-Parlament –das ist der Senat–.

00:03:57: Schritte und Beschlüsse müssen immer auch durch den Senat gehen, das heißt man muss viel mit Menschen sprechen.

00:04:05: Man muss sehr transparent sein, man muss echt überzeugen und das ist sage ich mal ein ganz großer Teil meiner internen Aufgabe sozusagen die Ideen Impulse aufzugreifen und in eine Form zu bringen dass sie dann auch konsensfähig ist und wir dann weiter in die Zukunft gehen.

00:04:23: Was kann man denn so grob gefasst alles an der Technischen Hochschule Wildau studieren?

00:04:29: Ganz ursprünglich fingen wir an vor ca.

00:04:32: thirty-five Jahren mit Maschinenbau weil es dort schon eine Ingenieurschule zu DDR-Zeiten gab und ganz ursprünglich auch immer Maschinenbau dort auf dem Campus und auch Lokomotivbau ansässig war.

00:04:44: Also wir haben eine sehr starke technische Tradition in den letzten fünfunddreißig Jahren hat sich das Fächerspektrum mal extrem gewandelt, und wir haben auch andere Schwerpunkte.

00:04:54: also von den technischen Fachrichtungen wie Maschienenbau, Automatisierungstechnik Wirtschaftsingenieurwesen über Informatik des Studiengänge aber auch Logistikstudien Studiengänge haben wir zunehmend auch Management-Studiengänge, Betriebswirtschaft dann europäisches Management auf Englisch auch, European Business Management im Master und einen großen Schwerpunkt in Bereich der Verwaltungswissenschaften.

00:05:19: Das vermutet man immer gar nicht so sehr bei uns aber wir bilden fürs Land und für die Kommunen an Verwaltungsexpertinnen aus, sowohl für den Gehobenen und jetzt auch bald für den höheren Dienst.

00:05:32: Das sind duale Studienprogramme und da sieht man schon das breite Spektrum.

00:05:36: Und früher wurde uns manchmal gesagt, oh Mann was ist denn das für ein gemischtwaren Laden?

00:05:41: Wir sehen es heute als stärker weil wir eben sagen, wir möchten Technologie- und Management miteinander verbinden um bestimmte Fragestellungen auf wirklich interdisziplinär und gemeinschaftlich aus verschiedenen Perspektiven bearbeiten zu können.

00:05:55: Und da ist es natürlich großartig, wenn wir zum Beispiel das Thema autonomes Fahnennummer nehmen.

00:06:00: Das ist ein technisches Problem auf jeden Fall aber wir haben ja auch juristische Fragestellungen zu klären und verkehrswissenschaftliche Fragen zu klaren.

00:06:09: Es sind viele psychologische Themen dabei und sociologische die wir gemeinschaftlichen lösen müssen.

00:06:14: Es ist kein rein technisches Thema nachher auch wenn's wirklich darum geht so ein Auto oder sein Bus auf die Straße zu bekommen.

00:06:22: Und deswegen sind wir stolz darauf, für eine kleine Hochschule doch so ein breites Fächerspektrum zu haben und wollen zunehmen diese Fächer, diese Fachrichtung miteinander verknüpfen und Fachgrenzen überwinden.

00:06:36: Klar es geht weit über den Tellerrand der Technik Hinoesburg.

00:06:39: Absolut

00:06:40: ja!

00:06:41: Was macht aus deiner Sicht die TH Wildau zu einem besonderen Ort für kreative aber eben auch bürgernahe?

00:06:48: regionale Innovationen bzw.

00:06:50: auch den Austausch?

00:06:52: Also die TH Wilder ist eine Hochschule für angewandte Wissenschaften.

00:06:55: Früher sagte man auch oft Fachhochschulen und sie sind dadurch gekennzeichnet, dass Sie im Gegensatz zu Universitäten eine sehr praxisorientierte Lehre durchführen und auch sehr anwendungsorientiert forschen.

00:07:09: Und die ProfessorInnen bei uns haben auch alle einer Zeit lang in der freien Wirtschaft sprich außerhalb des Hochschulbereichs gearbeitet eigene Erfahrung, was dort möglicherweise auf die Absolventinnen und Absolventen zukommen kann.

00:07:28: Das ist etwas, das uns grundsätzlich auszeichnet.

00:07:34: Kleine Hochschule in Deutschland gilt alles, was weniger als fünftausend Studierende hat.

00:07:39: Als kleine Hochschulle.

00:07:41: wir haben dreitausend Fünfhundert Studierenden das also von daher noch klein.

00:07:45: aber verglichen jetzt mit Schulen wenn man jetzt die Gymnasien oder Oberstufenzentren anguckt ist es natürlich schon eine ganz schöne Zahl.

00:07:54: Und dennoch hat sie eine überschaubare Größe, was es etwas erleichtert insofern den Kontakt auch zueinander zu behalten.

00:08:06: Mit kurzen Wegen den, also auch Entscheidungen voranzutreiben.

00:08:10: Also was uns wirklich auszeichnet ist das wir in Bezug auf Entscheidungswegen glaube ich auch sehr zügig sind.

00:08:15: Was uns weiter auszeichnete vielleicht gerade für Studierende Auch die ProfessorInnen sind sehr nahbar.

00:08:22: Man läuft sich ständig über ein Weg nicht nur in der Lehrveranstaltung und im Mensa Das macht schon viel aus, also man darf uns auch alle ansprechen.

00:08:32: Im Gegenteil wir freuen uns wenn wir angesprochen werden von jungen Leuten und wir versuchen gerade unseren gesamten Campus als Spielraum für Innovationen auszubauen.

00:08:42: das bedeutet Wir möchten Fachgrenzen überwinden Interdisziplinarität fördern weil wir davon überzeugt sind dass die wichtigen Fragen dieser Welt nicht von einer Fachdisziplin allein beantwortet werden können.

00:08:55: Und dafür möchten wir Räume schaffen Also physische Räume ausgestalten, aber auch digitale Räime.

00:09:02: Also virtuelle Lernfabriken wo man sozusagen auch in verschiedenen Disziplinen zusammenarbeitet.

00:09:10: das ist sage ich mal auch ein Steckenpferd von uns.

00:09:12: und eben auch so bestimmte Labs wie wir sie nennen, wo man selber viel ausprobieren kann also Dreadedroh Glasercutting einfach hingehen Prototyping da haben wir sehr offene Konzepte.

00:09:26: Bürgerinnen und Bürger, auch Schülerinnen nachmittags an bestimmten Tagen einfach kommen können.

00:09:31: Und mal Dinge ausprobieren können.

00:09:32: Das ist schon besonders finde ich!

00:09:35: Ich finde auch, es hört sich auf jeden Fall sehr gut an und dass die Professoren nahbar sind das können wir bei Brandwissen bestätigen.

00:09:40: Wir hatten ja schon ein sehr gutes Gespräch mit Reif Kohlen beispielsweise.

00:09:44: Lass uns mal die Brücke schlagen.

00:09:45: zum Mitbringsel Ich bin selber noch ganz unvoreingenommen und bin gespannt was du uns heute mitgebracht hast.

00:10:00: Ich habe aus meinem Portemonnaie einen kleinen Käfer, eine kleine Figur mitbekommen, den mir mein Enkel geschenkt hat.

00:10:07: Und das ist eigentlich das Wesentliche an der ganzen Geschichte – dass er mir den nämlich geschenkte.

00:10:12: Das ist ein Skarabeos, den hat ja vom Ägypten Urlaub mitgebracht.

00:10:16: Den trage ich immer mit mir im Münzfach.

00:10:18: dadurch wird es immer ein bisschen dicker dabei ist gar nicht so viel Geld drin!

00:10:22: Und zeigt auch ein bisschen, dass ich mich total erst mal freue.

00:10:26: Dass er an mich gedacht hat, weil er steht ja für Sonne und Regeneration.

00:10:32: Das sind einfach so paar Dinge, wo ich immer wieder sage A, das eine liebe ich und B, das zweite brauche ich immer mal.

00:10:39: Und bringt mir auch ein wenig Glück.

00:10:41: Immer wenn ich reinguckele, denke ich an meinen Enkel und freu mich.

00:10:45: Ist auch ganz wichtig, den Kopf abgeschalten zu bekommen von der Arbeit ... bewusst zu werden, dass das Leben es ja eigentlich doch ganz gut mit einem meint.

00:10:56: Lass uns über konkrete Entwicklungen sprechen!

00:10:58: Es gibt ganz aktuelle handfeste Neuigkeiten.

00:11:01: die Stiftung Innovation in der Hochschule fördert ihren Spielraum für Innovationen mit satten zwei Komma acht Millionen Euro.

00:11:08: wenn so viel Geld fließt frag man sich natürlich sofort wo?

00:11:10: auf dem Campus wird man diesen Innovationsschub als erstes spüren und ganz konkret sehen können.

00:11:16: Ja, also sehen im Sinne von wir bauen jetzt einen Raum und da treffen wir uns alle zusammen.

00:11:24: Also es wird kein physischer Raum.

00:11:26: Die Idee die wir hatten oder beziehungsweise die insbesondere der Vizepräsident für Studium und Lehre und sein Team hatten War der, dass wir schon natürlich mal Gedanken machen müssen wie sieht denn überhaupt Lehre oder Lernen studieren in der Zukunft aus.

00:11:42: Und die Praxisorientierung bei HAW sagt man immer so schnell daher und gibt es auch sicherlich weil wir viele Projekte auch in der Praxis machen.

00:11:51: aber wir möchten mit diesem Geld das wird ja über vier Jahre verteilt.

00:11:58: Das ist ein Projekt was über vier jahre geht ein sogenanntes Spielraumsemester organisieren.

00:12:06: Das heißt, wir möchten das Studierende die Möglichkeit haben während ihres Studiums ihre Kompetenzen in einem realen Projekt – in der Kommune, in der Stadt und in einem Unternehmen sozusagen durchführen und entsprechend aber eben auch moderiert und gecoached werden.

00:12:28: Das heißt, das ist so dass sie dann eigentlich keine klassische Lehrveranstaltung haben, aber durchaus geführt werden von Fachkolleginnen beziehungsweise Expertinnen die dann auch fit sind in einer Form von Lehrformen.

00:12:46: Und um das tun zu können, brauchten wir natürlich finanzielle Ressourcen.

00:12:50: Denn das ist weitaus teurer so was zu organisieren wenn ein Semester lang eine Seminargruppe nur alleine rechnen wir mal seit dreißig Leute irgendwie in ihren Service Learning nennt man es auch häufig als Rausschwirren und bestimmte Projekte gemeinsam mit der Hochschule und einem Partner machen.

00:13:08: da müssen die ist das anders als wenn ich jede Woche irgendwie vier Stunden Mathematik habe ich gelehrt ja Veranstaltung mache, das ist für die Hochschule wesentlich preisgünstiger.

00:13:18: Das heißt wir nutzen das Geld um Ressourcen sprich auch Personal und zu gewinnen was dieses spezielle Format was dann ein Semester lang eine spezielle Lernform beinhaltet zu unterstützen zum moderieren bzw eben auch zu organisieren.

00:13:37: oder wenn wir mit den Kolleginnen von uns dort engagiert sind die Lehre die dann von ihnen nicht gehalten werden kann bezahlt wird.

00:13:45: Also wir organisieren damit etwas, was die Studierenden, die zu uns kommen dann spüren werden weil sie ein Semester lang in einer Art und Weise lernen wie Sie es vielleicht normalerweise bei uns nicht gelernt hätten.

00:13:57: Und das können wir auch nicht stemmen mit unseren normalen Geldern.

00:14:00: dafür brauchten wir dann eben Sondermittel.

00:14:04: Ja so wenn du mich fragst also ich Ich finde, es hört sich nach einer ziemlich sinnvollen Investition an.

00:14:09: Weil ich ja auch an mir selber merke wenn ich praktisch etwas umsetze und sagen wir jetzt mal praktischen Podcast aufnehmen über ein neues Thema dann lerne ich vielleicht auch mal mehr als wenn mir jemand stumpf, sechzig Minuten das einfach so.

00:14:21: da legt die Themen und ich soll mir dann selber den Rest dazu reiben.

00:14:26: wie wird dieses Semester bewertet?

00:14:30: Also

00:14:30: das ist noch... Also da wird es auch eine Prüfung geben, weil es werden ja Kreditpoints vergeben.

00:14:35: Wie diese Prüfungen aussieht kann ich jetzt im Moment noch gar nicht sagen ist auch Teil des Entwicklungskonzeptes hängt auch ein bisschen davon ab sozusagen in welcher Form dieses Semester durchgeführt wird.

00:14:46: Ich kann mir also so weit kann ich mich aber schon mal rauslehnen Also mit großer Wahrscheinlichkeit keine klassische Klausur sein, die die Prüfung beinhaltet.

00:14:55: Das würde

00:14:55: auch nicht so passen werden?

00:14:56: Ja das ist vielleicht um Zeitalter von KI wird es jetzt nicht unbedingt ein Erlebnisbericht in kluten Anführungszeichen oder ein Projektbericht sein.

00:15:06: Sondern da müssen wir dann einfach mal sehen je nachdem welche Aufgaben gestemmt werden kommt ja drauf an.

00:15:11: Ist es eher was Technisches, ist es eher vielleicht auch etwas eher soziales gesellschaftswissenschaftliches wird irgendwie im Projekt durchgeführt, dann gibt's eine Präsentation eine kritische Auseinandersetzung, Diskussion.

00:15:23: Da kann auch drauf sein dass da ein Team bewertet weil man eben einfach sagt dann braucht ein interdisziplinäres Team was da dieses Gesamtprojekt bewertete.

00:15:31: Da bin ich nicht im Detail drin.

00:15:33: das ist auch Teil des Projektes noch in der Konzeption um das fein zu konzeptionieren.

00:15:38: aber vom Ansatz her war es eben so dass die Stiftung für Innovation in der Hochschullehrung gesagt hat ja ist ein cooler Ansatz und wir eine von Nicht allzu vielen Hochschulen waren die gefördert worden sind.

00:15:49: Jetzt hast du eben KI schon angerissen und es ist ein Thema was mich hier enorm interessiert, weil ja auch ich jetzt irgendwie so'n bisschen vor der Frage stehe.

00:15:58: Was studiert man?

00:15:58: Und welche Rolle spielt KI dann dabei?

00:16:01: Wie entwickeln sich Hochschulen allgemein oder jetzt deine Hochschule die TH Wildau durch KI weiter?

00:16:08: und stehen wir vor einer Evolution also dass sich das Ganze positiv mit KI weiterentwickelt?

00:16:14: oder müssen wir unser Konzept komplett überdenken uns neue Ideen einfallen lassen.

00:16:22: Ja, also der Begriff KI oder ja wie soll ich?

00:16:25: das bestreben des Menschens Maschinen zu entwickeln die intelligent entscheiden ist jetzt nicht neu.

00:16:32: Es hat nur in den letzten Jahren extrem an Speed gewonnen weil wir eben technologisch auch in den Lage sind Systeme zu entwickeln die auf den ersten Blick und vielleicht auch auf den zweiten Blick uns total beeindrucken.

00:16:45: was sage ich mal Geschwindigkeit und vermeintliche Qualität des Outputs betrifft?

00:16:52: Ja, also wir denken alle darüber nach und wir diskutieren natürlich was KI sozusagen mit uns macht.

00:17:00: Und zwar einerseits natürlich wie verändern sich Lehr- und Lernkonzepte im Zeitalter von KI?

00:17:06: Wie verändert sich das Lernverhalten im Zeialter vom KI.

00:17:11: Ganz schwierige Frage, aber die müssen wir alle mal miteinander klären.

00:17:15: Welche Kompetenzen müssen wir denn überhaupt noch vermitteln?

00:17:18: Oder was heißt überhaupt noch?

00:17:20: Welche kompetencen sind wichtig im Zeitalter vom KI?

00:17:24: Denn eins wollen wir ja mit Sicherheit auch nicht dass wir sag ich mal unreflektiert und unkritisch von Algorithmen sozusagen beherrscht werden und unser Leben diktiert wird, von dem wir A nicht verstehen wie sie arbeiten B nicht verstehen wer sie wie gefüttert hat sondern dass man eben auch wirklich erst mal die Grundprinzipien versteht.

00:17:44: und von daher ist glaube ich ein Punkt wichtig.

00:17:47: Wir werden uns auf jeden Fall darauf einstellen als Hochschule, dass wir auch ganz andere Zielgruppen in Zukunft haben werden.

00:17:55: natürlich immer junge Menschen, die zu uns kommen aber aufgrund der hohen Dynamik, die sich durch Digitalisierung in allgemein und durch KI im Speziellen natürlich werden wir sie auch immer Zeit im Laufe des Lebens Hoffe ich zumindest immer wieder sehen, weil es immer wieder mehr darum geht im Laufe des Lebens.

00:18:16: Im Sinne das Lebensbegleitenden oder Lebenslanglerns.

00:18:19: Lebenslang hört sich immer so nach Knast an.

00:18:21: deswegen sage ich so gerne Lebens begleitendes Lernen ja dass wir da also auch vielmehr uns auf andere Zielgruppen einstellen müssen.

00:18:28: Das ist das eine und das zweite Ja natürlich.

00:18:32: Ich glaube dass es sehr wichtig ist dass alle Menschen erst mal die Grundprinzipien von KI im Groben verstehen und auch die ethischen, moralischen und sozialen Folgen zumindest erst mal lernen zu thematisieren.

00:18:48: Und nicht wie die Lemminge sozusagen blind hinterherlaufen und sagen oh cool!

00:18:54: Und auf der anderen Seite müssen wir uns natürlich auch hinterfragen, welche Formen sozusagen der Prüfungen sind noch relevant.

00:19:02: Ich habe es vorhin ja auch schon so angesprochen viele sagen ah die mündliche Prüfung kommt wieder weil wenn egal Wenn was schriftlich abgegeben wurde spätestens in der mündlichen prüfung kann ich mal ein bisschen Nachbohren und mal so gucken hat die person das auch wirklich selber geschrieben?

00:19:20: Also da gibt es wirklich viel zu überdenken und alle Hochschulen sind gefordert, sich da auch so richtig mal ein Profil zu erarbeiten.

00:19:27: Und das ist das was wir gerade versuchen zu tun.

00:19:29: aber wir sind auf dem Weg und noch lange nicht am Ende.

00:19:32: Sollte KI-Kompetenz unabhängig vom Studiengang vielleicht gelehrt werden in Zukunft?

00:19:37: Egal ob man Medizin Jura Journalismus studiert...

00:19:43: Unabhängig würde ich das so nicht sagen, weil die Anwendung von KI im Jurastudium oder im juristischen Bereich sind andere als wenn ich sie im sozialwissenschaftlichen Bildungsbereich habe.

00:19:57: Aber ich bin davon felsenfest überzeugt dass man natürlich schon auch hinsichtlich der zukünftigen Berufsbilder einfach auch diese Kompetenz sozusagen in den Fächern, in den Studienrichtungen integrieren muss.

00:20:15: Die Frage ist immer bei solchen Themen macht man es separat also KI für Juristinnen nun mal jetzt weil gerade das Beispiel kam oder KI für Mathematikerinnen oder baut man es integrativ in das Studium, in die jeweiligen Module ein?

00:20:34: Das sind immer so die beiden Wege.

00:20:36: Es gibt da nicht... Schwarz-Weiß.

00:20:39: Es gibt viele Argumente, das auch mal so als Intro vielleicht mal ganz spezifisch zu machen.

00:20:45: aber wovon ich persönlich überzeugt bin es reicht nicht einfach mal in eine Einführung sozusagen so jetzt sage ich euch mal wie die Grundlagen der KI sind sondern es muss sich wie ein roter Faden dann also durchs Studium durchziehen weil KI in allen Lebenslagen in jedem im Studium sozusagen Verwendungen findet und allgegenwärtig ist.

00:21:07: Werfen wir mal einen Blick in die Zukunft, wenn wir uns, so ein anderthalb Jahrzehnten auf dem Campus der Technischen Hochschule Wildau treffen würden.

00:21:17: Was wäre das erste was wir vielleicht sehen würden?

00:21:20: Was es jetzt noch nicht so gibt, was eine große Veränderung ist in den letzten Jahren?

00:21:25: oder wenn du sagst man sieht es jetzt nicht optisch vielleicht auch so, also in irgendwelchen Lehrplänen oder sowas wird sich dann im Großen verändert haben vielleicht auch auf KI bezogen.

00:21:37: Also was ich wirklich hoffe das man sieht stärker als bisher dass wir trotz der Digitalisierung und der Möglichkeiten zu ein zunehmender Ort der Begegnung werden.

00:21:49: Und das ist etwas, wo ich auch daran arbeite kostet natürlich auch viel Geld.

00:21:54: die Studierenden sagen es auch immer wieder sie möchten mehr Begegendungsorte haben und zwar echte physische schöne ansprechende Ecken wo sie miteinander reden können, wo man gemeinschaftlich an Dingen arbeitet.

00:22:09: Das klingt so total analog das muss es gar nicht sein.

00:22:12: aber ich hoffe und ich wünsche mir dass wir dieses Thema der persönlichen Begegnung wieder mehr in den Fokus setzen und gleichzeitig ein digitaler Ort sind.

00:22:24: also digital bedeutet ja nicht wir schwören in der Welt rum sondern wir müssen uns begegnen um uns auch weiter zu verstehen über Fachgrenzen hinaus zu kommunizieren.

00:22:35: Wir bewegen uns viel zu viel in Blasen, das ist meine persönliche Überzeugung.

00:22:39: auch wir als Hochschule sind alle in einer Blase.

00:22:42: es gibt andere Blasend wo wir gar keinen Zugang haben.

00:22:44: wir müssen wieder lernen auch mehr miteinander zu reden und das ist das was ich mir erhoffe dass wir da eigentlich noch mehr sehen als heute und auch mehr Möglichkeiten bieten damit's Spaß macht bei uns zu verweilen und gleichzeitig ein digitaler Ort zu sein, also mit Möglichkeiten wie soll ich sagen mit Virtual Reality und Augmented Reality auch einmal Eindrücke zu bekommen.

00:23:07: Auch was über den Ort zu erfahren.

00:23:09: das ist ein sehr historischer Ort.

00:23:10: Hundertfünfundzwanzig Jahre vor hundertfünfundzwanziger Jahren wurden Lokomotiven gebaut.

00:23:16: wir haben auch das Thema Zwangsarbeit aufbereitet.

00:23:19: Es war schon eine Ingenieurschule nach dem Zweiten Weltkrieg da.

00:23:22: Das kann man ganz wunderbar digital dass man also über den Campus geht und mit dem Handy dann über ein QR-Code, irgendwo sieht man so sah das vor hundert Jahren aus.

00:23:32: Das wäre auch schön um einfach auch ein bisschen aufzubereiten wo kommen wir her?

00:23:36: Um noch besser bewerten zu können, wo gehen wir hin?

00:23:39: Ich denke auch das eine muss ja das andere nicht ausschließen.

00:23:41: und man sagt ja immer ja KI beim ganzen Jobs ersetzen.

00:23:45: die Menschlichkeit und die Empathie kann KI noch nicht ist einmal so.

00:23:49: wenn ich in den Austausch miteinander komme dann wird KI das irgendwann schon besser können als wir.

00:23:53: Von daher ist Austausch miteinander, egal ob jetzt bei mir im Gymnasium oder auf einer Hochschule.

00:23:57: Auf dem Campus denke ich enorm essentiell und wichtig.

00:24:02: Zum Abschluss vielleicht noch einmal die Frage an Zuhörer, die sich vielleicht in der gleichen Situation wie ich befinden und vielleicht auch einfach mal an mich selber wenn ich jetzt mal so egoistisch sein darf... Was würdest du jungen Menschen ganz persönlich mit auf den Weg geben damit er oder sie in dieser Welt voller KI und Digitalisierung und ständigen Wandel am Ende erfolgreich und glücklich wird?

00:24:24: Ich würde aufgreifen, was ich am Anfang auch gesagt habe als du mich gefragt hast.

00:24:31: Was ich studiert habe oder wie auch immer ob mich das befähigt hat, ob ich das schon immer vor hatte.

00:24:36: also folgt euerm Herzen im Sinne von Macht euch Spaß, geht in euch.

00:24:43: Was interessiert euch wirklich?

00:24:46: Weil ich hundertprozentig davon überzeugt bin, dass man nur da überhaupt gut sein kann unabhängig von allem anderen wenn man einfach so eine intrinsische, so eine innere Motivation hat für einfach oder für eine bestimmte Richtung.

00:25:01: Lasst euch nicht zu sehr beirren.

00:25:04: Ratschläge, auch Ratsschläge können Schläge sein.

00:25:08: Im Sinne von vielleicht gut gemeint aber dann manchmal das Gegenteil von Gut.

00:25:13: wir können alle nicht in die Zukunft gucken.

00:25:17: und lasst euch auch nicht beirren.

00:25:18: es gab schon immer disruptive Technologien und Berufsbilder haben sich geändert.

00:25:25: ihr seid selber in der Situation das mitzugestalten also nicht verzagt sein mutig sein Und miteinander in Kontakt bleiben.

00:25:35: Ich glaube, das ist einfach mal das ganz wichtige, dass ihr sozusagen nicht diejenigen seid, die hinterherläuft sondern dass ihr mitgestaltet und das Miteinander gemeinschaftlich weiterentwickelt und nach euren Stärken sozusagen schaut.

00:25:50: dann seid ihr auch erfolgreich!

00:25:52: Ja, ich denke das ist ein sehr schönes Schlusswort was ich mir auf jeden Fall zu Herzen nehmen werde und ich denke auch viele von denen die die Folge gerade hören.

00:25:59: Vielen Dank für dieses tiefgreifende Gespräch!

00:26:01: Ich denke wir hätten hier bestimmt noch eine halbe Stunde weitersprechen können über das Thema.

00:26:05: Wer weiß vielleicht sprechen wir uns ja irgendwann mal bei der Technischen Hochschule Wildau?

00:26:09: Bei mir

00:26:10: würde mich freuen.

00:26:11: Es ist alle

00:26:12: Wege offen.

00:26:14: Vielen dank dass du hier warst Ulrike und danke fürs Gespräch.

00:26:17: Ja ich danke dass sich hier sein durfte Super.

00:26:21: Und ich würde mich wirklich freuen, wenn du deine Freundinnen und Freunde oder eben auch Leute die gerade zuhören einfach mal zu uns auf den Campus kommen.

00:26:30: wir haben eine eigene S-Bahn Station also S-bahnstation Wilder aussteigen.

00:26:34: ihr seid direkt auf dem Campus und guckt euch das einfach mal selber an.

00:26:39: Ich würde mich sehr freuen!

00:26:40: Ich empfehle euch auf jeden Fall weiter.

00:26:41: bis jetzt habe ich zumindest nur gute Erfahrungen mit euch und eurem Professor gemacht Und dementsprechend, ja ich werde es auf jeden Fall machen und auch ihr liebe Zuhörer schaut gerne mal vorbei bei der THW sofern ihr im Umkreis Berlin Potsdam Brandenburg wohnt.

00:26:55: Bis zum nächsten Mal!

00:27:19: Und bleibt neugierig.

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