Wenn Gletscherseen ausbrechen: Die unterschätzte Flutgefahr

Shownotes

BRANDWISSEN – Junge Fragen an kluge Köpfe. Der Podcast von proWissen Potsdam e. V. bringt junge Stimmen mit Forschenden aus Brandenburg zusammen. In dieser Folge dreht sich alles um Gletscherseen: Wenn ein Gletscher zurückgeht, bleibt Platz frei, in dem sich Schmelzwasser sammeln kann. Diese Seen werden durch Eis, Geröll oder Fels aufgestaut. Sind diese natürlichen Dämme instabil, kann der See plötzlich entleeren und eine Flutwelle ins Tal schicken. Dr. Georg Veh erklärt, warum nicht jeder Gletschersee gefährlich ist, warum die Größe allein nicht über das Risiko entscheidet und warum vor allem dicht besiedelte Hochgebirgsregionen in Asien besonders betroffen sein können. Er berichtet außerdem von seiner Feldarbeit in Alaska, von bärensicheren Ausrüstungstaschen und davon, wie ein iPad mit Laserscanner bei der Vermessung von Geröll helfen kann. Themen der Folge: • Wie entstehen Gletscherseen? • Warum können Gletscherseeausbrüche so gefährlich sein? • Welche Rolle spielen Eis, Geröll und Moränen als natürliche Dämme? • Warum können auch kleinere Seen ein hohes Risiko bergen? • Welche Regionen sind besonders gefährdet? • Wie lassen sich Gletscherseen beobachten und Ausbrüche besser verstehen? • Was kann Forschung für Frühwarnung und Vorsorge beitragen? •
Weiterführende Links: • Universität Potsdam: [URL einfügen] • Arbeitsgruppe / Institut von Dr. Georg Veh: [URL einfügen] • proWissen Potsdam e. V.: [proWissen] • BRANDWISSEN Podcast: [Brandwissen]

Transkript anzeigen

00:00:07:

00:00:24: Herzlich willkommen zur neuesten Ausgabe von Brandwissen.

00:00:27: Wenn man an Gletscher denkt, stellt man sich oft einfach riesige Eisblächen vor.

00:00:31: Aber dass sich genau darauf ganze Sehen bilden können die im schlimmsten Fall plötzlich ausbrechen und riesige Fluten auslösen das wusste ich vorher ehrlich gesagt auch nicht.

00:00:39: Genau darum geht es heute.

00:00:41: Ich spreche heute mit Dr.

00:00:42: Georg Fee von der Universität Potsdam Forschungsgruppe Naturgefahren, erforscht zu Gletschern und Naturgefahrn und untersucht wie sich Gletscher sehen weltweit verändern und warum gerade kleinere Seen oft gefährlicher sein können als man denkt.

00:00:54: Herzlich willkommen!

00:00:55: Ja hallo danke für die Einladung.

00:00:58: Wie bist du überhaupt dazu gekommen dich mit Gletschan zu beschäftigen?

00:01:01: Das kam eigentlich schon in der Schule.

00:01:04: Ich habe eine Facharbeit über Klimawandel geschrieben und da war der Gletscher eigentlich immer das Paradebeispiel für den Klimawandel, weil sobald es warm wird schmilzt er Gletschern weg und sobalder weggeschmolzen ist hat man quasi einen guten Beweis dafür dass es wärmer geworden ist.

00:01:20: Und die Gletscher sehen kommen genau da jetzt ins Spiel, weil die sind eben das Endprodukt von der Gletsche Schmelze.

00:01:26: Das ist einfach das geschmolzenen Wasser vom Gletschern und deswegen bin ich immer noch daran sehr interessiert.

00:01:31: Hast du bereits selber Gletscha gesehen?

00:01:33: Also ich kenn sie ja nur aus Dokumentation oder... Ja, Animationsfilm.

00:01:37: und stelle sie mir wirklich wahnsinnig beeindruckend vor.

00:01:40: Tatsächlich schon häufig aber das Beeindruckungs der war tatsächlich vor da Jahren in Alaska als wir auch die Chance hatten über die Gletsche mit einem kleinen Flugzeug drüber zu fliegen wirklich ganz nahe dann zu kommen und dann auch gelandet sind längere Tage dort Feldarbeit gemacht haben mit Steigeisen drüber geklarkselt sind.

00:02:04: Spannende Erfahrung auf jeden Fall.

00:02:06: Wie nah geht es einem vielleicht sogar, wenn man sich vorstellt dass diese riesen Eisflächen einfach vielleicht ja in ein paar hundert und wahrscheinlich nicht mal hundert sondern wahrscheinlich viel weniger Jahren einfach nicht mehr so da sein werden also vielleicht noch da sein werde aber auf jeden fall stark schrumpfen und das wie gesagt durch den menschengemachten Klimawandel der einfach nicht kontrollierbar ist aktuell theoretisch auch vermeidbar wäre.

00:02:30: wie nah sage ich mal geht es einen dass diese jahrhunderte alten eisbrocken Also dahin schmerzen?

00:02:35: Ja, persönlich betrifft es mich sehr.

00:02:38: Ich bin sehr betroffen dadurch.

00:02:40: ich sehe die Gletsche quasi... Mehr Domaine beim Sterben kann man den zuschauen.

00:02:45: Man sieht, dass es sind noch teilweise Giganten aber in ein paar Jahren, ein paar Jahrzehnten in Alpen sind die eigentlich dieses Jahrhunderts und das macht mich persönlich sehr betroffen.

00:02:57: als Wissenschaftler ist man natürlich eher am Quantifizieren.

00:03:01: Wie stark ist die Gletsche Schmelze wo sie am stärksten?

00:03:04: Das muss man da natürlich dann eher im Alltag ein bisschen leidenschaftloser sehen.

00:03:09: Aber wenn man selber davor steht, Wir greifen das Gefühl teilweise.

00:03:16: Welche Gefahren kommen noch durch dieses Gletscherschmelzen?

00:03:20: Man weiß natürlich, der Meeresspiegel steigt manchmal dadurch und auch Gletscher sehen können entstehen.

00:03:24: Inwiefern sind Gletscha-Sehne eine Gefahr?

00:03:26: Vielleicht was sind überhaupt Gletschar-Sehn?

00:03:28: Und was entstehen vielleicht noch für Gefahren dadurch dass diese Gletschen einfach so dahin schmelzen

00:03:34: Genau wenn der Gletsche schmilzt Man darf sich das nicht wie eine Schnecke vorstellen, die sich langsam in ihr Haus zieht.

00:03:45: Aber der schmilzt langsam zurück und dadurch entsteht ja ne Lücke.

00:03:49: Es wird Platz, wo vorher der Gletscher war frei und dort kann ein See entstehen.

00:03:55: Und dieser See hat einen ganz natürlichen Damm.

00:03:59: Der kann aus losem Geröll sein, teilweise festes Gestein, teilweise auch das Eis selber kann Wasser aufstaun.

00:04:07: Und das ist eine potentielle instabile Situation.

00:04:10: Es kann was in den See reinfallen, das Geröll kann nachgeben, dass der See aufstaut und dann kann sich daraus eine Flutwelle ergießen.

00:04:20: ganz plötzlich ohne Vorwarnung läuft dieser See komplett einmal leer und ergießt sich in des Tal unterhalb.

00:04:27: und die Leute oder die Tiere Die Vegetation, nichts ist da auch vorbereitet und daher kommen die großen Schäden, die diese Gletschersee-Ausbüche auslösen können.

00:04:40: Vorursagen können!

00:04:41: Entschuldigung...

00:04:42: Gab's diese Gletschersee-Bildung denn auch schon vor, man kann ja eigentlich sagen so vor hundert Jahren?

00:04:47: aber wir können ja auch weiter zurückgehen.

00:04:48: Vor fünfhundert Jahren gab es dann da auch schon die Gletschersee Bildung und warum bilden sie sich genau jetzt gerade häufiger wenns in der Fall ist?

00:04:56: Tatsächlich gab's die Glettsche Sehen und die Glretsche See Ausbücher auch schon für Eine ganz interessante Geschichte ist, das älteste Bild eines Gletschers, gemelter eines Gletchers kommt aus den Alpen.

00:05:10: Das ist aus dem sechzehnten Jahrhundert und das zeigt ein Gletscher und einen See und es ist deswegen gemalt worden weil dieser Gletsche-See sich gossen hat über die Gemeinde unterhalb und hat viele dutzende Menschenleben gefordert.

00:05:25: also das ist schon ein Problem dass ganz lange besteht auf das ich manchmal Gemeinden und Menschen schon gut angepasst haben.

00:05:34: In den Alpen hat man dafür Schutzvorrichtungen gebaut, man kennt sich da gut damit aus.

00:05:40: Da ist man gut vorbereitet.

00:05:41: Andere Regionen der Welt kennen sich damit noch gar nicht aus und dort sind die Schäden am verheerndesten gerade.

00:05:49: Wie entscheidend ist die Größe eines solchen Sees?

00:05:51: Also ich sag mal wie groß wird denn so ein durchschnittlicher See zum Beispiel?

00:05:56: Also es gibt das komplette größte Spektrum von.

00:05:59: man kann sich vorstellen so klein wie eine Pfütze bis zu sehen die mehrere Quadratkilometer groß sind und viele hundert Millionen Kubikmeter Wasser beinhalten können.

00:06:08: Man kann sich natürlich vorstellen kleiner See, kleiner Schaden, großer See viel größer Schaden wenn er sich entleert.

00:06:16: Das ist so ne Hausordnung.

00:06:17: aber man muss natürlich vorstellen Wenn ich vor einem kleinen See stehe und der entleert sich jetzt, dann ist selbst ein kleiner See für mich eine Gefahr.

00:06:26: Wenn ich halt direkt an der Gefahr dran bin je weiter weg ich bin da ist es wahrscheinlich das nur noch ein wirklich sehr großer See.

00:06:34: wenn er sich entlehrt und sein Wasserfall gibt dann auch wirklich eine Gefahre oder eine Risiko für die Bevölkerung unterhalb darstellen kann.

00:06:41: Inwiefern kann so einen See vielleicht von der Natur stabilisiert werden?

00:06:45: Also vielleicht von Geröll, von irgendwelchen Brocken oder so.

00:06:49: Die vielleicht verhindern das der jetzt genau ins Tal fließt?

00:06:52: Kann es irgendwie natürlich sein dass dieser See auch über jahrelang friedlich da auf dem Gletscher liegt?

00:06:57: Ja, das ist ein wichtiger Punkt.

00:06:59: also man denkt jetzt sofort jeder Gletschersee ist instabil.

00:07:03: Jeder Gletschese bicht aus und stellt eine Gefahr dar.

00:07:06: Das ist nicht so.

00:07:07: Also wir haben das ungefähr abgeschätzt.

00:07:12: allen sehen die entstehen nur ungefähr ein prozent sich wirklich entleert katastrophal.

00:07:19: der rest ist wird zu einem langen Zeit, Phänomen oder zu einem Langzeit-Element in unserer Landschaft.

00:07:27: Also wir kennen es ja selber.

00:07:28: auch wenn wir in die Alpen gehen da kommen wir die ganze Zeit an.

00:07:31: Gletscher sehen vorbei, wenn wir eine Hochtour machen und die entleeren sich nicht alle weil sie eben einen stabilen Damm haben Und über die zeit können die sich auch teilweise dann einfach auch verfüllen.

00:07:42: Da kommen Sedimente von Zuflösen rein und Dann werden die halt kleiner verlanden und irgendwann sind Sie dann auch Geschichte.

00:07:49: also Es muss nicht immer nur das katastrophale Ende bedeuten können auch einfach verschwinden über die Zeit.

00:07:56: Kann so ein See auch Lebensraum zum Beispiel bieten für Tiere und Fische?

00:08:00: Vielleicht auch Nahrungswellen, für Vögel oder so?

00:08:04: Kann er ja!

00:08:05: Aber man muss das so sehen, dass Gletscher sehen wirklich ein extemer Lebensraum sind.

00:08:10: Die entstehen ja...sind wirklich gerade am Entstehen des Eis zieht sich zurück und dort entsteht jetzt neuer Lebensraum.

00:08:18: Es ist unglaublich kalt es kommt auch unglaublich viele Sedimente.

00:08:22: rein Widerstandsfähigsten Lebewesen kommen damit klar.

00:08:28: Also für höhere Lebewesendwirbeltiere, Säugetiere ist das meistens einfach noch zu extrem.

00:08:35: aber man muss schon mal Jahrzehnte in die Zukunft blicken und sich denken dass es immer wärmer wird und dementsprechend können sich dann auch mehr Lebewäsende auf einstellen und kommen mit auch wärmeren Bedingungen dort zurecht.

00:08:54: Das Mitbringsel

00:09:00: Du hast ja auch ein Mitbringse mitgebracht, wo mir gerade ein bisschen Schwerfeld beim Optischen da jetzt den Übergang von Gletschersee zum Gletschersee mir selbst herzuleiten.

00:09:11: Könntest du mir dabei helfen?

00:09:12: Genau ich kann sie auch mal rüber geben, wenn Sie es immer haben.

00:09:18: Kannst du dann ziehen?

00:09:19: das ist eine Tasche und das ist nicht ganz normale Tasche.

00:09:26: Die hat mir in Alaska dabei, ich hab ja vorhin schon das mit Alaska angesprochen.

00:09:31: Kannst du mal versuchen dann zu reißen oder die kaputtzumachen?

00:09:36: Ziemlich stabil auf jeden Fall.

00:09:37: Genau!

00:09:37: Das ist ein Bearproof Bag also eine bärensichere Tasche und das bauchten wir in Alaska um uns eben vor Bären zumindest unser Essen vor Bärn zu schützen.

00:09:48: Also wir haben direkt in der Natur gekämmt und dort gab es Grösseys, Schwarzbeeren.

00:09:55: Und wir mussten Sicherheits-Taining durchmachen und ein Hinweis darauf war wenn ihr in der Nähe vom Gletscher arbeitet da können die Beeren vorbeikommen dann braucht er auf jeden Fall sicheres Equipment damit ihr zumindest eine Zeit lang überlebt

00:10:12: absolut

00:10:13: genau.

00:10:15: Und wenn der Bär vorbeikommt, dann versucht er da natürlich reinzukommen.

00:10:20: Aber man schnürt die Tasche ziemlich gut zu und das ist wirklich so ein Armee, entwickelt das Stoff ... Da kann er zumindest an das Essen nicht rankommen.

00:10:30: Genau!

00:10:31: In der Tasche ist auch noch was anderes denn?

00:10:35: Darfste raus holen, das kennst du wahrscheinlich auch weil es steht nämlich schon vor dir selber.

00:10:41: Es ist noch ein iPad drin und das iPad hat mir nämlich auch bei der Feldarbeit dabei.

00:10:47: Was nicht viele Leute wissen, ist dass die neueren iPads haben Laser Scanner drinnen Also vorne oben, wo die Kamera dran ist.

00:10:57: Da ist ein kleiner Laser-Scanner dabei und das können wir im geowissenschaftlichen Kontext eigentlich auch ganz gut nutzen.

00:11:02: was wir nämlich gemacht haben ist Wir sind zu so einem Gletschersee hingegangen der ausgebrochen ist Und haben vermessen wie groß das Geröll ist Was der transportiert.

00:11:12: und dort war dann wirklich Der hat geröll transportiert diese Ausbruchsflut die so groß war wie ein ganzer Truck also wie so einen Minivan.

00:11:21: Und mit so einem iPad kann man einfach hingehen und den schnell vermessen, dann ganz schnell abschätzen wie groß diese Geröllbocken ist.

00:11:29: Wie schwer auch das ist wenn man die Dichte ja noch mit einem bezieht.

00:11:33: Da wissen wir wirklich dass Ausbruchsfluten Geröllpartikel transportieren können, die ungefähr fünf, sechs, sieben, acht Tonnen wiegen.

00:11:41: Das ist alles voll.

00:11:42: also da liegen!

00:11:44: Tausende von diesen Geröllborken rum und dann kriegt mir erst mal so einen Einblick, wie groß die angesein können.

00:11:49: Also da ist es ein iPad, ein ganz nützliches Gerät im geowissenschaftlichen Kontext?

00:11:55: Ja nicht nur um Geowissenschaftliche, ich benutze auch sehr gerne für andere Zwecke aber ja sehr interessant.

00:12:00: Ich glaube das ist nicht bei iPhones sogar auch bei der Kamera.

00:12:03: Ja die iPhone könntest

00:12:04: du auch.

00:12:05: Das sehe ich ja auch mit meinem eigenen.

00:12:07: Ja vielen Dank auf jeden Fall!

00:12:08: Sehr spannendes Mitbringsel auch in absolutem Bezug zum Thema.

00:12:14: Was hat dich denn am meisten an deinen Forschungen und vielleicht auch an deiner Reise überrascht?

00:12:18: Also ich finde, mich hat jetzt schon überraszt wie so ein iPad überhaupt schon oder so einen Tonbeutel so hilfreich sein können wenn es jetzt darum geht in der Natur zu campen.

00:12:26: aber was hat Dich jetzt zum Beispiel sehr noch fasziniert bei Deinen Reisen und Forschung?

00:12:31: also Faszinierend war

00:12:34: Wie

00:12:35: schlechtes Wette in Alaska sein kann?

00:12:38: Nee, aus Spaß.

00:12:42: Aber wir waren dort zehn Tage dort und es hat dort gekübelt, zehn Tage lang strömende Regen ... Scheiße auch!

00:12:49: Und wir sind trotzdem in der Feldarbeit macht mehr kein Tag Pause oder so.

00:12:54: Man ist trotzdem rausgegangen.

00:12:56: Es war einfach den ganzen Tag naht man ist den ganzen tag bis zu den Knien im eiskalten Wasser umgewartet.

00:13:02: aber das hat Spaß gemacht.

00:13:03: für die Forschung macht man's gern.

00:13:06: Und klar also ich Das ist die eine Sache, aber wenn man wirklich vor so einem Gletscher steht in Alaska sind die Gletsche teilweise echt größer als in den Alpen.

00:13:15: Viel größer und man steht dann wirklich von der Wand aus Eis.

00:13:19: Vierhundert Meter hoch, zweiter Kilometer breit und es zieht sich dann kilometerlang in die Landschaft ein, das ist einfach ein Anblick.

00:13:26: Wenn wir nacheinbar vorgestanden waren, das vergisst man so schnell nicht.

00:13:30: Also die schieren Dimensionen, die man dort sehen kann – das ist das Beeindruckendste finde ich!

00:13:36: Was passiert dann, wenn so ein Gletschersee von diesem vierhundert Meter hohen Gletschern ausbricht?

00:13:42: und über was wir in der Zeit reden?

00:13:45: Wie lange dauert das bis dieser See unten im Tal angelangt ist.

00:13:49: Ich kann mir vorstellen, es dauert schon bisschen.

00:13:53: Genau!

00:13:54: Dort ist die Situation, man hat einen Gletsche... Der Gletsscher selber formt quasi den Damm.

00:14:00: Es ist ein riesiger Block Eis und hinter dem ist ein großer See Und Eis ist leichter als Wasser.

00:14:11: Eis schwimmt ja auf einem Wasserklaas, schwimmt das Eis drin und sobald sich der See füllt und immer höher wird, reiche ich irgendwann die Situation dass der Gletscher anfängt auf dem See zu schwimmen.

00:14:25: Der kommt dann wirklich hoch und dann kann sich unterhalb von dem See den Gletschersee entleeren löst die Flutwerte aus.

00:14:33: Und er sieht, den wir da untersucht haben der fast achthundert Millionen Kubikmeter das sind mehrere Zehntausend olympische Swimming Pools an Wasser und die wir haben Bildtierkameras aufgestellt entleeren sich innerhalb von zwei Tagen komplett.

00:14:55: Also, da kommen innerhalb von einer Sekunde mehrere Tausend Guppikmeter Wasser raus.

00:15:00: Das ist eine riesige Flutwelle!

00:15:03: Und das erklärt dann auch, warum da so riesengroße Geröll mit transportiert werden können.

00:15:08: Weil da kommen einfach pro Sekunde viele tausend Kubikmeter Wasser raus.

00:15:12: Also man müsste sich das vorstellen wie wenn man mehrere Schwimmbecken im Blut gleichzeitig in Stöpsel ziehen würde und die gießen sich über das Tal.

00:15:23: also sind unvorstellbare Wassermassen.

00:15:27: Was passiert dann sage ich mal am Tal mit diesen enormen Wassermasseln?

00:15:32: Für eine Zivilisation, eine riesige Gefahr da.

00:15:35: Da kommt vielleicht später noch mal zu wie sich überhaupt Menschen dagegen werden können.

00:15:38: aber was passiert dann mit der Natur?

00:15:40: Also wenn jetzt so ne Wassermassen sag ich mal auf so ein Wald wo jetzt der Grisli irgendwie gerade nach Bern sucht, zurollen.

00:15:48: Genau das eine ist dass die Wassermassen erodieren sagen wir in der Wissenschaft.

00:15:53: also die nehmen material mit Die schürfen das Tal ja richtig aus.

00:15:57: Sie nehmen alle Sedimente, alle Bäume, jegliche Vegetationen, Wege, Infrastruktur wird alles mitgerissen oder größten Teils mitgerissene und irgendwann nimmt die Flutwelle auch wieder an Schnelligkeit ab Und dann wird sedimentiert, also dann wird wieder Material abgelagert.

00:16:17: Das heißt an einem Teil nämlich was weg am anderen Teil wird alles zugeschottet und dann habe ich teilweise meterhohe Ablagung an nem bunten Mixermaterial so Steine Bäume Böckenteile Alles.

00:16:34: welche Regionen der Welt sind da besonders gefährdet?

00:16:36: Also es gibt ja Ziemlich viele Gletscher, wir haben jetzt über die verhältnismäßig kleineren in den Alpen gesprochen.

00:16:43: Allerdings auch von den sehr großen beeindruckenden Alaska und ich denke mal auch an den beiden Polen wird es noch deutlich mehr Gletschern geben welche Regionen der Welt wo auch Zivilisation sind sag' ich mal sind denn da jetzt besonders von gefährdet?

00:16:55: Und wo muss die Politik sich auch darum richtig aktiv Gedanken machen wie man sowas vorher sagt oder vielleicht verhindert oder wie man darauf reagiert?

00:17:04: Genau, du hast einen guten Punkt angesprochen.

00:17:06: Also das Risiko für die Bevölkerung setzt sich ja zusammen aus der Gefährdung.

00:17:13: also wie groß kann so ein Ausbruch sein aber auch die Vulnerabilität der Bevölkerung?

00:17:22: Bevölkungen potenziell betroffen.

00:17:24: In Alaska ist es häufig so, dass die Gletschersee-Ausbüche sehr groß sein können aber es ist wenig Bevölkerung da und umgekehrt.

00:17:32: in Asien und das ist worauf ich zu sprechen kommen will dort habe ich vergleichsweise kleinere Gletschersen unglaublich dichte Bevölkerung schon sehr weit oben in den Tellern.

00:17:46: Also dort wird viel Bergbau betieben, Landwirtschaft schon in den hohen Tellern betrieben und dort ist die Vulnerabilität für die Bevölkerung viel höher.

00:17:56: Und das ist auch so ein Forschungs-Hotspot würde ich sagen.

00:18:01: Die Bevölkerung in Asien ist vergleichsweise global am stärksten betroffen.

00:18:06: Also wenn man nach Pakistan, Nepal, Indien und China schaut das sind die Regionen wo die Bevölkerung die höchste Gefährdungsgeruch Gletschersee ausbrüchen hat

00:18:17: Kann man diese Ausbrüche irgendwie vorher sagen?

00:18:20: Was tut sich in so einem Gletschersee bevor er ausbricht?

00:18:23: Man kann es teilweise vorher sagen, man kann Gletscher sehen sehr gut Monitoren.

00:18:30: Man kann dort Bojen reinhängen und Kameras aufhängen wie wir es auch getan haben.

00:18:37: Man hat Satellitendaten nutzen und das Wachstum des Sees zu monitorn.

00:18:42: Es gibt sehr viele Möglichkeiten.

00:18:44: Man muss mit Zeisspunktmetern arbeiten und wirklich die Einschläge dieser Gletschersehen Ausbüche messen, wann es stattfindet.

00:18:54: Wie sich die Flutwellen ausbreiten.

00:18:56: aber ich würde sagen das meistens wird es im Nachhinein ausgewertet.

00:19:01: wirklich vorher zu sagen dass es übermorgen oder in einem Monat oder in einem Jahr stattfinden wird's da sind wir noch eher davon entfand also.

00:19:11: Ich kenne noch keine einzige Studie, wo jemand wirklich gesagt hat ich kann auf einen Tag genau oder zumindest auf ein Monat genau vorhersagen wann der nächste Ausbruch stand finden wird an welchem See genau?

00:19:24: Also das ist noch eine Standerforschung würde ich sagen.

00:19:28: inwiefern können wir da vielleicht Solidarität zeigen dass diese Region bessere Technologie vielleicht bekommen besseren Rat, wie sie mit diesen Situationen umgehen.

00:19:39: Wir wohnen in Brandenburg ziemlich weit weg von der Küste.

00:19:41: Meine Idee wäre, dass wir wahrscheinlich nicht so gefährdet davon sind?

00:19:45: Vielleicht sind wir allerdings auch gefährdet.

00:19:46: Ich weiß nicht ob du da eine Antwort darauf hast...

00:19:49: Im Brandenburger ist natürlich schwierig!

00:19:51: Wir sind im Flachland und die nächsten Gletscher sind entweder... In den Alpen oder in Skandinavien ist es schwierig, dass uns da eine Flutwelle von dem Gletschersee erreicht.

00:20:01: Aber ich meine wir haben viele Möglichkeiten.

00:20:04: Wir haben Technologien, wir haben kluge Köpfe die Monitoring Systeme entwickeln können und wenn ich mich recht erinnere war das Geoforschungszentrum in Potsdam auch schon mal an so einer Aktion beteiligt.

00:20:17: also wir können einfach Technologie erfinden, um Ausbüche sehen zu monitorn.

00:20:24: Das ist eine Sache und ich meine unsere Arbeitsgruppe beteiligt sich ja in gewisser Weise auch.

00:20:32: wir leisten einen Beitrag indem wir rausfinden wo die Gefährdung am höchsten ist.

00:20:37: Wir können uns Satelliten Daten anschauen rauszufinden, wo Bevölkerung wächst.

00:20:43: Wo Gletscher sehen wächst und so diese Entscheidungen oder dieses Wissen können wir auch an Entscheidungstäger weitergeben.

00:20:50: Es wird publiziert natürlich in Fachjournals aber das wissen können sich genauso die Entscheidungstäter dieses Wissens beschaffen und dann dementsprechend Vorsorge teffen.

00:21:03: Ich nehme auch das Gespräch auf jeden Fall mit, dass man bei solchen Themen oft erst mal ein sehr vereinfachtes Bild hat.

00:21:08: Also klar, gerade bei Gletschern denkt man einfach an riesige Eisflächen und die, die bisschen weiter denken, denken vielleicht noch, dass sie schmelzen.

00:21:16: Aber dass durch diese Seelen so große Gefahren entstehen und was da auch für einen Großrisiko für die Natur und für die Zivilisation in diesem Gebieten, sag ich mal darstellt... War mir nicht so bewusst, dass zum Beispiel ein Tonbeutel gegen Grizzlies sehr wöchentlich sein kann.

00:21:31: Vielen Dank für die Einblicke aus der Gletscher-Welt und das wir Zeit genommen haben, sie Fragen zu beantworten.

00:21:37: Sehr gerne!

00:21:38: Vielen Dank

00:21:39: auch an die Zuhörer.

00:21:40: Vielen dank, dass ihr wieder eingeschaltet habt und bis zum nächsten Mal bei Brandwissen.

00:21:50: Das war Brand Wissen – junge Fragen an kluge Köpfe.

00:21:54: Der Podcast der Eure Neugier entfacht produziert von Pro Wissen Potsdam In Zusammenarbeit mit seinen Mitgliedern, den wissenschaftlichen Instituten, Universitäten und Hochschulen.

00:22:04: Abonniert uns, empfehlt uns weiter – und bleibt neugierig!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.