Freie Wissenschaft stärkt Brandenburg

Shownotes

Wissenschaft lebt von Neugier, Zweifel – und vor allem von Freiheit. Doch genau diese Freiheit gerät weltweit unter Druck: Forschende werden angefeindet, Kooperationen brechen durch Kriege auseinander, Desinformationen verbreiten sich schneller als Erkenntnisse. Gleichzeitig erwarten wir von der Wissenschaft Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit – vom Klimawandel bis zur KI.

In dieser BRANDWISSEN -Sonderfolge sprechen Nicole Friedlein und Dr. Volker Rachold mit Moderator Jan Prüver darüber, was Wissenschaftsfreiheit rechtlich bedeutet, wo sie im Grundgesetz und in der Brandenburgischen Verfassung verankert ist und warum sie nicht absolut, sondern mit Verantwortung verbunden ist.

Es geht um reale Bedrohungen – von politischer Einflussnahme über die Forschungsfinanzierung bis zu Social Media und KI-gestützter Desinformation – und um das, was die DFG und Brandenburg gerade unter „Resilienz der Wissenschaft“ verstehen. Konkret: Wie bleibt Wissenschaft unabhängig, glaubwürdig und handlungsfähig, wenn äußere Zwänge zunehmen?

Am Ende steht ein Appell: Wissenschaftskommunikation stärken, Quellen kritisch prüfen, das eigene Weltbild hinterfragen – und Brücken bauen, auch in schwierigen Zeiten.

Gäste:

• Nicole Friedlein, Wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Lehrstuhl für Öffentliches Recht (insb. Verfassungsrecht & Sozialrecht), Universität Potsdam https://de.linkedin.com/in/nicole-friedlein-5457aa12a

• Dr. Volker Rachold, Geowissenschaftler, Leiter des Deutschen Arktisbüros am Alfred-Wegener-Institut, langjährige Erfahrung in internationaler Arktis-Forschung und Politikberatung

* Was ihr in dieser Folge erfahrt*

• Was bedeutet „Freiheit der Wissenschaft“ im verfassungsrechtlichen Sinn?

• Unterschied zwischen Wissenschaftsfreiheit und Meinungsfreiheit

• Staatliche Schutzpflicht und Finanzierung als Voraussetzung unabhängiger Forschung

• Aktuelle Bedrohungen: Anfeindungen gegen Forschende, Einflussnahme über Forschungsfinanzierung, geopolitische Konflikte (Russland, USA)

• Resilienz der Wissenschaft: Begriff, Notwendigkeit und konkrete Handlungsoptionen

• Rolle von Social Media und KI bei Desinformation und wie man Quellen kritisch prüft

• Und vieles mehr…

Hintergrund & weiterführende Links:

• DFG-Positionspapier „Stärkung der Freiheit und Resilienz der Wissenschaften“ (Juli 2026): https://zenodo.org/records/21353471 (dt./engl.)

• Veranstaltung im Brandenburger Landtag zur Resilienz des Wissenschaftssystems (Juli 2026), initiiert u. a. von den Wissenschaftsministerinnen aus Brandenburg und Baden-Württemberg: https://mwfk.brandenburg.de/mwfk/de/wissenschaft/resilienz-des-deutschen-wissenschaftssystems/

• ProWissen Potsdam – Netzwerk wissenschaftlicher Einrichtungen in der Region: https://www.prowissen-potsdam.de * Hinweis zur Einordnung:*

Die Folge knüpft an die aktuelle Debatte an, wie die DFG sie im Sommer 2026 mit ihrem Positionspapier aufgreift: Wissenschaftsfreiheit als Errungenschaft demokratischer Gesellschaften, die aktiv verteidigt werden muss.

Transkript anzeigen

00:00:07:

00:00:11: Herzlich

00:00:24: willkommen zu dieser Sonderfolge von Brandwissen.

00:00:26: Wir haben in diesem Podcast bereits sehr viele wissenschaftliche Themen besprochen und damit eine große Bandbreite entdeckt, dabei viel auf das Wissenschaften von Neugier sowie vom Zweifel lebt aber auch von der Freiheit Fragen stellen zu dürfen.

00:00:37: doch genau diese Freiheit gerät weltweit zunehmend unter Druck.

00:00:40: Forschende werden angefeindet, Kooperationen brechen durch Kriege auseinander und Desinformationen verbreiten sich schneller als wissenschaftliche Erkenntnisse.

00:00:47: Gleichzeitig erwarten wir jedoch von der Wissenschaft Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit – vom Klimawandel bis hin zur künstlichen Intelligenz!

00:00:55: Doch wie kann Wissenschaft all das leisten wenn ihre Unabhängigkeit gar nicht mehr selbstverständlich ist?

00:00:59: Mit Blick auf diese zunehmende Bedrohung der Wissenschaftsfreiheit hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft ein Positionspapier zur Stärkung von Freiheit und Resilienz der Wissenschaften herausgegeben.

00:01:08: Im Juli diesen Jahres haben die Wissenschaftsministerinnen aus Brandenburg und Baden-Württemberg zu einer Veranstaltung zur Resilience des deutschen Wissenschaftssystems in den Brandenburger Landtag eingeladen.

00:01:18: Aus diesem Treffen ist ein Statement, dass über Prowissen verbreitet wird.

00:01:23: Auf Papiere und die Veranstaltungen im Brandenburger Landtag verlinken wir in den Show notes.

00:01:28: Ich freue mich heute auf zwei Gäste, die das Thema aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten.

00:01:32: Nicole Friedlein, die sich mit den rechtlichen Grundlagen der Wissenschaftsfreiheit beschäftigt und Volker Racholdt, der als Leiter des Deutschen Arktisbüros aus erster Hand erlebt hat wie geopolitische Konflikte internationale Forschung verändern können.

00:01:43: Herzlich willkommen!

00:01:44: Ja hallo vielen Dank für die Einladung!

00:01:45: Ja Hallo ich freue mich hier sein zu dürfen.

00:01:47: Bevor wir ins Thema einsteigen und überwissenschaftsfreiheid sprechen stellt euch gerne ein bisschen genauer vor wer seid ihr und was hat das Thema mit eurem Job sag' ich mal zu tun?

00:01:56: Mein Name ist Nicole Friedlein.

00:01:58: Ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am Lehrstil für Öffentliches Recht, insbesondere Verfassungsrecht und Sozialrecht einer juristischen Fakultät der Universität Potsdam unter der Leitung von Frau Prof.

00:02:08: Brusis Gerstdorf.

00:02:10: Ein besonderer Schwerpunkt meiner Forschung liegt aktuell auf dem sozialen Krankenversicherungsrecht – das ist auch ein Bereich in dem das Zusammenspiel von Rechtswissenschafts- und Medizinwissenschaft eine ganz besondere Rolle spielt und mir damit zeigt, wie wichtig ein freies und resilientes Wissenschaftssystem für unser gesellschaftliches Zusammenleben ist.

00:02:28: Mein Name ist Volker Racholt.

00:02:29: ich bin eigentlich Geowissenschaftler und habe über dreißig Jahre in der Arktis gearbeitet in der Forschung.

00:02:34: die ersten zehn jahre hab ich selber aktiv Forschungsbetrieb mit einer Sibirischen Arktist und war danach dann Zehnjahr Geschäftsführer des International Arctic Science Committee.

00:02:42: das ist so die wichtigste internationalen Organisation die Arktisforschung koordiniert Und seit zehn Jahren leite ich das Deutsche Arktisbüro am Elferdwegener-Institut und beschäftige mich vor allen Dingen mit Politikberatung und Dialog zwischen Wissenschaften und politischen Akteuren in Deutschland, aber auch international.

00:03:01: Und dementsprechend durch Wissenschaftsfreiheit ein sehr wichtiges Thema um Entscheidungsträber wissenschaftlich fundiert und auch neutral zu informieren.

00:03:09: Die Arktisforschung hat vor allem die letzten paar Jahre durch politische Konflikte natürlich Sehr gelitten.

00:03:14: Die Zusammenarbeit mit einigen Ländern in Russland ist komplett eingestellt worden, aber auch die Entwicklungen in den USA seit der zweiten Präsidentschaft von Donald Trump haben natürlich einen Einfluss auf die Zusammenarbeit in der Arktis und auch die Wissenschaftsfreiheit speziell an den USA.

00:03:30: Bevor wir jetzt vielleicht eine Stunde lang über Wissenschaftsfreie drehen und vielleicht gar nicht so richtig wissen was Wissenschafts Freiheit ist wäre es ja gut diesen Begriff vielleicht noch mal ein bisschen zu definieren.

00:03:39: Der Begriff Freiheit an sich ist ja schon ziemlich umstritten, ich kann mich da auch in der Schule an hitzige Diskussionen im Geschichtsunterricht zum Beispiel daran erinnern.

00:03:48: was bedeutet Freiheit überhaupt?

00:03:50: Für die einen ist es die vollkommende Unabhängigkeit und für die anderen geht sie trotzdem mit Regeln und Verantwortung einher.

00:03:58: Was bedeutet Freiheit ganz konkret für euch Volker?

00:04:00: Vielleicht fangst du mal

00:04:03: Forschung frei und unbeeinflusst von politischen und gesellschaftlichen Zwängen auswiegen zu können ist für mich Freiheit.

00:04:09: Das ist ganz wichtig, dass ich mich nicht als Forscher von irgendwas beeinflussen lassen muss.

00:04:14: Natürlich gibt es auch in der Forschungsregel die Regeln für gute wissenschaftliche Praxis an die ich mich halten muss.

00:04:20: das heißt ich muss natürlich transparent forschen meine Ergebnisse und Diskussionen und Interpretationen müssen nachvollziehbar sein.

00:04:26: Das sind ja die Verantwortung dich natürlich trage Und das ist wichtig, weil letztendlich ich natürlich hoffe dass meine Wissenschaft auch politische Entscheidungen beeinflusst oder lenken kann.

00:04:38: Deswegen habe ich durch eine Verantwortung.

00:04:41: Ich habe auch eine Verantwortung über der Gesellschaft, weil natürlich letztendlichen mein Geld aus Steuermitteln bezahlt wird.

00:04:47: Natürlich hat der Staat auch Interesse daran, dass ich Forschung treibe die auch dem Staat nachher die Gesellschaft nutzt.

00:04:54: Genau, vielleicht erst mal zum Freiheitsbegriff als solcher.

00:04:57: Also damit verbinde ich persönlich die Möglichkeit selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen und das bedeutet natürlich auch dass sich für meine Entscheidung verantwortlich bin.

00:05:06: Und ja Regeln, die stehen zur Freiheit erstmal in einem gewissen Spannungsverhältnis denn jede Regel bedeutet erstmal eine gewisse Freizeinschränkung.

00:05:14: Aber in unserem gesellschaftlichen Zusammenleben sind wir eben nun mal auf Regeln angewiesen, damit jeder seine individuelle Freiheit bestmöglich verwirklichen kann.

00:05:22: Und auf diesem Gedanken beruht letztlich auch das Freiheitsverständnis unserer Verfassung und ja auch die Wissenschaftsfreiheit – auch dort kommt das zum Ausdruck!

00:05:30: Du hast schon die Verfassung angesprochen?

00:05:32: Inwiefern ist denn die Wissenschaft frei in unserer Verfassung

00:05:34: verankert?!

00:05:35: Im Grundgesetz ist die Wissenschaftfreiheit in Artikel fünf Absatz drei Satz eins Grundgesetz verankert, aber auch in der Brandenburgischen Landesverfassung finden wir eine entsprechende Regelung im Artikel einunddreißig.

00:05:45: Wenn wir uns fragen was ist wissenschaftsfrei hätten müssen wir uns vielleicht erst mal fragen was mein Wissenschaft überhaupt den verfassungsrechtlichen Sinne?

00:05:52: Da gibt es eine Definition des Bundesverfassungsgerichts.

00:05:55: Das Bundesverfassungsgericht definiert Wissenschaft als jede Tätigkeit, die nach Inhalt und Form als ernsthafter- und planmäßiger Versuch verstanden werden kann, Wahrheit zu ermitteln.

00:06:05: Also Wissenschaft dient der Erkenntnisgewinnung oder ist Erkenntnissgewinnungen?

00:06:10: Und der Gedanke der Wissenschaftsfreiheit beruht jetzt darauf, dass wir anerkennen, dass dir in diesem Erkenntnesprozess ein schutzwürdiger Wert als solcher zukommt – und zwar nicht nur für das Individuum sondern im gesamtgesellschaftlichen Hinsicht!

00:06:24: Es hat ja Volker eben auch gesagt, freie Wissenschaft meint nicht, dass sie frei von Verantwortung ist.

00:06:30: Sie steht im Dienst der Gesellschaft.

00:06:32: Aber damit sie diesen Dienst gerecht werden kann und diese Funktion erfüllen kann, muss sie eben frei sein.

00:06:38: Sollte vielleicht ein bisschen was dazu sagen, was aus dem verfassungsrechtlichen Schutz konkret folgt?

00:06:43: Ja sehr gerne!

00:06:44: Ich hoffe jetzt hier nicht zu technisch zu werden aber erst mal wie jedes andere Grundrecht entfaltet die Wissenschaftsfreiheit ihre Funktion als ein subjektives Abwehrrecht.

00:06:55: Das heißt, der schützt den Einzelnen vor Übergriffen des Staates.

00:07:00: Also, die Wissenschaft schütze gewisse Verhaltensweisen wie zum Beispiel die Freiheit seinen Forschungsthema zu wählen oder die Methoden zu wählern dann aber auch die Ergebnisse zu publizieren.

00:07:10: und wenn der Staat da Vorgaben macht, kann er das nur unter bestimmten Voraussetzungen machen?

00:07:17: Denn ... Es ist auch wichtig zu wissen, die Wissenschaftsfreiheit gilt nicht absolut.

00:07:22: Anders als die Menschen würde kann der Staat schon Maßnahmen treffen um Vorgaben für die Wissenschaft zu machen und welche damit verbunden sind dass die Wissenschaft freiheit eingeschränkt wird aber eben nur unter ganz hohen Voraussetzungen Denn die Wissenschaft freit unterliegt sogenannten Verfassungs-immernenden Schranken.

00:07:39: das heißt Einschränkungen sind zulässig wenn sie dem Schutz anderer verfassungsrechte dienen.

00:07:44: Das kennen wir aus dem Bereich der Forschung mit und an Menschen.

00:07:48: Da müssen die Forschungsvorhaben natürlich auch mit den Grundsätzen der Menschen vereinbar sein und der Staat muss dafür entsprechende Regelungen treffen.

00:07:54: Aus der verfassungsrechtlichen Garantie der Wissenschaftsfreiheit folgt eine objektive Gewährleistung, die dem Staat eine Schutzverpflichtung auferlegt.

00:08:01: Es besteht zum Beispiel die staatliche Verpflichtung zur Bereitspäterung personeller und finanzieller Mittel.

00:08:06: Und diesem Gebot kommt auch eine ganz große Bedeutung zu, denn unabhängige Forschung ist auf eine geeignete Organisation und entsprechende finanzielle Mittel angewiesen die über die dann auch im Wesentlichen nur der Staat verfügt.

00:08:19: Was wäre ein Beispiel für so eine Voraussetzung, dass Wissenschaftsfreiheit vom Staat eingeschränkt werden kann?

00:08:23: Ja zum Beispiel eben im Bereich der Biotechnologie wenn wir da an und mit Embryon forschen, da ist aktuell das in Deutschland natürlich sehr eingeschrankt.

00:08:34: Da hat der Gesetzgeber auch einen gewissen Spielraum.

00:08:36: möglicherweise, aber eben in dem Bereich muss der Staat Vorkehrungen treffen das verhindert wird.

00:08:43: Dass die Menschen wieder angetastet wird oder einfach sicherzustellen dass jeder der an einem wissenschaftlichen Experiment teilnimmt, dass er das freiwillig macht, dass niemand dazu gezwungen wird Gegenstand wissenschaftlicher Forschung zu sein.

00:08:54: Ich gehe davon aus, ich kenne mich mit der deutschen Verfassung bei Weib natürlich nicht so gut aus und gehe jetzt mal davon aus dass sich dadurch dann auch wissenschaftsfrei von anderen Formen der Freiheit wie zum Beispiel der Meinungsfreiheit in dem Sinne unterscheidet.

00:09:07: Dass die Meinungs- freiheit eben nicht durch diese Voraussetzungen beispielsweise eingeschränkt werden kann sondern quasi komplette Freiheit bedeutet.

00:09:15: habe ich es richtig verstanden oder gibt's da doch noch irgendwie Gemeinsamkeiten?

00:09:20: Also die Meinungsfreiheit ist das Recht jedes Einzelnen, ganz frei sich zu äußern und aus Deine Meinung zu verbreiten.

00:09:28: Dabei ist es gegenseitig zur Wissenschaft.

00:09:30: Es ist vollkommen egal ob es stimmt oder nicht stimmt, ob es wahr ist oder nicht war.

00:09:33: Das heißt er hat die kannst die Freiheit zu sagen was immer man möchte ja und muss nicht irgendwie begründen warum das so ist.

00:09:40: Das ist natürlich ein bisschen begrenzt durch, zum Beispiel Sachen wie Beleidigung oder Volksverhetzung.

00:09:44: Aber ansonsten kann man seine Meinung komplett frei äußern in der Wissenschaft.

00:09:48: Wie Nicole schon gesagt hat gibt es natürlich wissenschaftliche Regeln die ich einhalten muss und ich habe eine Verantwortung über der Gesellschaft.

00:09:55: aber auch da kann ein Wissenschaftler an Wissenschaftlerin die Fragen, die bearbeitet werden, die Methoden und die Veröffentlichung frei wählen.

00:10:04: Im Gegensatz zur Meinungsfreiheit müssen in einer Wissenschaft Ergebnisse und die Interpretationen, und die Daten nachvollziehbar und überprüfbar sein.

00:10:13: Das ist der Unterschied.

00:10:14: Wenn ich da vielleicht anknüpfen darf?

00:10:16: Genau also der sogenannte Schutzbereich das heißt die Frage des oder was geschützt ist von dem jeweiligen Grundrecht dass es bei der Meinungsfreiheit so man kann nicht sagen weiter aber man kann schon.

00:10:24: also es werden der Schusses.

00:10:26: ein anderer Schutzbereich.

00:10:27: Es werden eben wie Volker gesagt hat Meinungen geschützten die eben von das sind Werturteile.

00:10:34: Aber was die Einschränkungsmöglichkeiten anbelangt, da ist es tatsächlich so dass die Wissenschaftsfreiheit so ganz rein grundrechtstockmatisch höheren Anforderungen unterliegt weil wir dafür für Einschrankung in die Wissenschaft freiheit eben immer ein entgegenstehendes Verfassungsrecht brauchen.

00:10:50: Also immer ein Rechtsgut das wirklich so wichtig ist, dass es von Verfassungskranken ist.

00:10:54: nur dann sind Einschränkungen der Wissenschafts Freiheit möglich.

00:10:57: Das heißt die Meinungsfreiheit ist tendenziell etwas leichter einschränktbar.

00:11:01: Am achten Juli tagte der Brandenburger Landtag in Potsdam über Resilienz der Wissenschaft.

00:11:06: Dies zeigte, dass das Thema Wissenschaftsfreiheit mittlerweile auch im oberen Bereich der politischen Agenda angekommen ist.

00:11:11: Ist es eigentlich bedenklich, dass wir solche Konferenzen mittlerweile brauchen?

00:11:16: Ich finde schon bedenke ich find's aber auch richtig und ich finds doch durchaus nachvollziehbar, Es gibt in der Gesellschaft, das merken wir zunehmende Zweifel an der Wissenschaft.

00:11:26: Es gibt sogar persönliche Anfeindungen gegen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

00:11:31: Wir haben das zum Beispiel gesehen in einer Corona-Pandemie wo Wissenschaftlerin wirklich angegangen werden, teilweise sogar körperlich angegangen wird.

00:11:39: Wir sehen es auch teilweise in der Klimaforschung.

00:11:42: Wir sind aber selbst in der Politik die Tendenz wissenschaftsfreiheit einzuschränken indem gewisse Themen nicht mehr finanziert werden sollen.

00:11:50: Also ich denke, das ist ein ganz wichtiges Thema und dass wir darüber sprechen halt nicht für extrem zeitgemäß.

00:11:55: Wir haben jetzt schon so ein bisschen angerissen.

00:11:59: Wissenschaftler geraten zunehmend in der Kritik kann man es dann ja teilweise auch gar nicht nennen wenn sie wirklich körperlich angefeindet werden.

00:12:07: was sind denn dann wirklich weitere Faktoren?

00:12:09: wenn wir über Bedrohung von Freiheit der Wissenschaft reden Ja, vielleicht auch noch mal so ganz konkret.

00:12:16: Wie definiert sich dieser Begriff Resilienz der Wissenschaft?

00:12:18: Weil das haben wir glaube ich auch nicht so richtig angerissen gehabt hier.

00:12:24: Also bevor wir auf den Begriff der Resilience zu sprechen kommen würde ich vielleicht nochmal ja auch noch kurz was dazu ergänzen in West für Formen der Bedrohung wie aktuell sehen also... Ich habe vorhin gesagt wissenschaftsfreiheit dient erstmal dem einen oder vor allem dem einzelnen dazu dass er sich geschützt ist vor staatlichen Übergriffen.

00:12:42: aber Wir sehen heutzutage, dass es gar nicht unbedingt direkter staatlicher Verbrute braucht um die Wissenschaftsfreiheit zu gefährden.

00:12:49: Volker hat das schon angesprochen, die staatliche oder insbesondere die Finanzierung von Forschung.

00:12:54: da ist eben ein ganz entscheidendes Einfallstor für Bedrohungen der Wissenschafts Freiheit die staatlichen Forschungsfinanzierung.

00:13:02: und dann sehen wir eben zunehmend das politische Akteur oder Kräfte versuchen dort Druck auszuüben oder auch Abhängigkeiten auszunutzen.

00:13:12: inwiefern, also ich sag mal vielleicht mit einem Beispiel wenn man damit arbeiten kann.

00:13:19: Wo jetzt wirklich eine staatliche Institution Wissenschaft eingeschränkt hat durch eigene Überzeugungen beispielsweise?

00:13:26: Also eingeschrankt hat ist mir zum Glück kein Beispiel bekannt.

00:13:30: allerdings ja zb das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung auch Anfeindungen ausgesetzt und es wird diskutiert, ob nicht möglicherweise die staatliche Forschungsfinanzierung hier eingeschränkt werden soll.

00:13:49: Aus welchen Gründen genau?

00:13:50: Also sind die Forschungsberichte dann vielleicht weiß ich nicht genau genug den Ansprüchen entsprechend oder wird das einfach, wird die Korrektheit dieser Forschungs- bericht angefeindet?

00:14:01: was ist da sage ich mal der Grund der Auslöser?

00:14:05: Ich glaube der Begriff wird diskutiert, ist nicht ganz richtig Nikoll.

00:14:08: Also das gab einen Vorstoß von einer einzelnen Partei die klimaskeptisch ist oder klimaleugnet sogar, Klimawandel leugnet und dann gesagt hat so ein Institut für das Pick in Potsdam das brauchen wir nicht mehr es gibt keine Finanzierung.

00:14:20: das ist der Hintergrund eigentlich

00:14:22: Genau, und bislang war es eben immer so.

00:14:24: über Einzelheiten der Forschungsfinanzierung wurde auch schon in der Vergangenheit gestritten.

00:14:28: Aber wir sehen eben zunehmend dass die Wissenschaftsfreundlichkeit der Politik ja umschlägt in eine tendenziell wissenschaftsfeindlichkeit jedenfalls von einigen Seiten.

00:14:44: Es ist schon krass, das zu hören.

00:14:45: Wenn man so nachdenkt mit eines der größten Probleme ist nun mal der Klimawandel und da ist wissenschaftlicher nicht nur einmal belegt.

00:14:52: dass es dann tatsächlich in der deutschen Regierung will ich jetzt gar nicht unbedingt sagen aber in der deutsche Politik eben Akteure gibt die das ganze dann leugnen und die Wissenschaft in dem Sinne einschränken wollen das schon ziemlich erschreckend.

00:15:06: spürt ihr denn jetzt als Wissenschaftlauder vor allem du vielleicht Volker Du bist ja dreißig Jahre schon in diesem Geschäft auch schon konkret vielleicht so Einschränkungen in deiner Arbeit oder bemerkst du es vielleicht bei Kollegen aus der Arktisforschung?

00:15:19: Ich meine, das sind wie gesagt Tendenzen die wir spüren.

00:15:22: Aber konkrete Auswirkungen hat es zum Glück bisher würde ich sagen noch nicht.

00:15:27: also da geht's uns im Vergleich zu anderen Ländern wie Russland und China aber am zunimmelten Maße auf den Vereinigten Staaten von Amerika gehts uns sehr gut hier gerade in USA wo zum Beispiel Klimavorspiel natürlich auch eine kein Thema mehr eigentlich ist, weil die Donald Trump-Administration ja gesagt hat es gibt keinen Klimawandel.

00:15:46: Wir spüren das Wissenschaftler ganz ungemein in dem einfach die Finanzierung und das ist das Instrument was Nicole auch gesagt hat, die Finanzierungen einfach eingestellt wird und dann ganze Institute zugemacht werden, die normalerweise Klimaforschung betreiben.

00:15:59: Ja, ist jetzt vielleicht ein bisschen blöde Nachfrage aber ich frage mich so ein bisschen warum diese Leute Den Klimawandel beispielsweise leugnen gibt es ja nicht weniger, die das auch möglicherweise dann im Internet oder so.

00:16:14: Dann auch nach außen äußern und eben auch in politischen Institutionen gibt's die.

00:16:20: Woran liegt das denn?

00:16:21: Dass der Klimawandel jetzt beispielsweise wenn wir konkret dabei bleiben, konkret geleugnet wird?

00:16:26: also hat es einfach was zu tun dass die einen Knacks haben oder irgendwelche Einschränkungen?

00:16:31: oder glauben sie den wissenschaftlichen Berichten aus irgendwelchen Gründen nicht?

00:16:36: Das würde ich irgendwie gerne wissen.

00:16:37: Ich weiß nicht, ob ihr da Antworten darauf findet?

00:16:39: Es ist manchmal schwierig komische Menschen zu verstehen ja aber...

00:16:44: Ich habe vielleicht drei Punkte die man nennen könnte.

00:16:47: zum einen denke ich mal Die Leute wollen sich nicht bevormuten lassen.

00:16:51: Die wollen ihre traditionelle Lebensweise diese seit zwanzig Jahren gelebt haben nicht ändern und sind nicht bereit so etwas einzugehen.

00:16:58: das zweite ist natürlich manche leute haben einfach Angst dass sie durch Maßnahmen wirtschaftliche Situation sich verschlechtert für sie.

00:17:06: und das dritte, was glaube ich ganz wichtig ist.

00:17:07: Es gibt natürlich ein großer Lobby von gewissen Industrien, aus einer gewissen Wirtschaft die ganz bewusst Menschen mit falschen Informationen bombardiert und füttert.

00:17:20: Und das hat natürlich große Auswirkungen wenn nicht zum Beispiel in den Medien, sagen wir als Social Media komme man noch zu.

00:17:26: wahrscheinlich, Social Media lese dass die Klimaforschung sich überhaupt nicht eilig ist.

00:17:32: Ist es natürlich schwierig zu erklären, dass es überhaupt nicht stimmt.

00:17:35: Weil die ist sich einig.

00:17:38: Wenn wir über Wissenschaftsvermittlungen dann sprechen also wie beispielsweise dieser Podcast hier Brandwissen Wir stellen hier Fragen, beispielsweise über den Klimawandel hatten wir ja auch schon einen zwei Folgen drüber gehabt.

00:17:48: Dann geht das an, sagen wir mal, fünfhundert Zuhörer Die hören sich das dann an und denken sich Ja, das hört sich plausibel an was der da sagt Und er wird ja auch mit Sicherheit recht haben wenn man so eine Mittel sag ich mal wie so'n Podcast noch viel ist.

00:18:04: Kleines Beispiels gibt natürlich noch viel größere Beispiele, wo Wissenschaft vermittelt wird.

00:18:08: Aber kann man da vielleicht noch ein bisschen konkreter werden in der Wissenschaftsvermittlung?

00:18:12: Dass noch mehr Menschen von ihr mitbekommen und weniger Menschen sich gegen Wissenschaft aufstreuben?

00:18:18: Ich glaube das bietet eine Chance.

00:18:20: also wenn wir Wissenschaftsjournalismus auch dafür nutzen niederschwellige Angebote zu schaffen für Personen aus dem nicht akademischen Milieu um ihnen den Zugang zu wissenschaftlichen Themen zu ermöglichen.

00:18:31: Das wäre super!

00:18:32: Ich denke nur, dass wir eben erkennen müssen, dass es da gewisse Grenzen gibt.

00:18:36: Wenn sich bestimmte Positionen und Meinungen auch Ansichten schon verfestigt haben – also insbesondere wenn jemand grundsätzlich der Wissenschaft gegenüber ablehnt, gegenübersteht -, dann weiß ich nicht ob ein sachlicher Diskurs oder eine sachliche Auseinandersetzung mit einem bestimmten Thema noch ... diese Person abholen kann.

00:18:55: Ich glaub, da brauchen wir eine größere Kraftanstrengung, um mehr zueinander zu finden.

00:19:02: Was aber natürlich nicht heißt, dass eine verstärkte Wissenschaftskommunikation vielleicht auch ein wichtiger Baustein dafür ist, um wieder mehr der Wissenschaftlichkeit und Wissenschaftfreundlichkeit in die Gesellschaft zu bringen?

00:19:15: Etwas was dem Ganzen einerseits im Wege stehen könnte, andererseits allerdings auch unterstützend sein könnte wie wir es ja auch nutzen ist Social Media.

00:19:26: Also einerseits kann man es natürlich für sich nutzen, so wie wir das machen.

00:19:28: Wir teilen Podcasts pro Wissenteil auf Ihrem Insta-Account auch sämtliche Kampagnen und Projekte.

00:19:36: andererseits kann jeder von A bis Z jede Meinung von A beset auf Social Media verbreiten die dann dagegen steht welche Rolle spielt Social Media?

00:19:45: Und zum Beispiel auch künstliche Intelligenz bei der Verbreitung von Desinformationen Anfeindungen gegenüber der Wissenschaft, weil man ja mit künstlicher Intelligenznummer auch das eine oder andere Stimmchen dann mittlerweile sehr leicht fälschen kann.

00:19:59: Du hast es gerade schon gesagt klar bei Social Media kann natürlich jeder alles posten.

00:20:04: da gibt's eigentlich keinen großen Mechanismen das zu prüfen was dafür Informationen hochgeladen werden.

00:20:09: Das heißt da werden also tatsächlich Fakten wie wir das vielleicht tun.

00:20:12: Da wären aber auch Meinungen die durch ungeprüft sind Aber auch bewusste falsche Formationen werden verbreitet Und es lässt sich eigentlich kaum mehr unterscheiden.

00:20:21: Was ist nun richtig, was ist falsch?

00:20:23: Was ist Meinung?

00:20:24: und jeder kann sich dann das für ihn Passende daraus picken.

00:20:27: Und da ist genau das Problem.

00:20:29: wenn ich das möchte finde ich bei Social Media immer irgendwas was mir jetzt in den Kram passt und andere Sachen ignorieren.

00:20:36: Und was wir natürlich jetzt sehen in den letzten Jahren, dass viele Menschen gerade junge Menschen sich gar nicht mehr über die traditionellen Medien wie Zeitungen oder Fernsehen oder Radio informieren, sondern alles, was sie so Informationen kriegen nur aus Social Media aufsaugen und natürlich dann extrem empfindlich sind für solche Sachen.

00:20:53: Und KI macht es natürlich noch schwieriger wenn man damit, wie gesagt, falsche Formationen wunderbar verpacken kann.

00:21:04: Nicole, möchtest du noch was zu dem Thema sagen?

00:21:06: Genau.

00:21:06: Also einmal diese Gefahr dass Meinungen und wissenschaftliche Erkenntnisse durcheinander geraten die sehe ich auch.

00:21:11: und das Problem oder was daraus auch folgt ist, dass Wissenschaft dann an Glaubwürdigkeit verliert oder dass dann eben Personen wissenschaftlichen Erkenntnissen mit Meinung verwechseln und nicht erkennen, dass Meinung Wertoteile sind die nicht den Beweis zugänglich sind während wissenschaftlicher Erkenntnis zumindest die den Anspruch an sich haben die Wahrheit zu entsprechen und erforschen Tatsachen abbilden.

00:21:39: Das ist was völlig anderes, in Social Media geht das durcheinander?

00:21:43: Vielleicht ein schönes Beispiel.

00:21:45: Ein Post auf Facebook oder auf Instagram.

00:21:49: Klimaleugen entlarvt.

00:21:51: Herr Meier aus Bochum erinnert sich daran, dass es in einer Jugend auch schon mal warm gewesen ist.

00:21:56: Ja, oder zum Beispiel die Tagesschau hat sich ja da auch positioniert.

00:21:59: Es gibt doch immer diese Wetterkarte wo es dann irgendwie rot abgebildet ist wenn's besonders warm ist.

00:22:04: und dann hat auch irgendwer einen Vergleich gezogen.

00:22:06: Irgendwie von wegen.

00:22:07: früher war das bei dreißig Grad irgendwie noch gelb und heutzutage ist beidreißig grad rot.

00:22:11: Hat die tagesschau dann aber auch sich irgendwie gemeldet und gesagt, dass stimmt irgendwie gar nicht, dass die gelbe Karte eine ganz andere.

00:22:17: Das war dann nicht die Temperatur sondern irgendwelche Höhenveränderungen.

00:22:23: keine Ahnung Ich bin jetzt auch kein Wetterexperte, aber auf jeden Fall merkt man es ja irgendwie überall wo wie das so ein bisschen kollidiert.

00:22:31: Habt ihr vielleicht dann so'n bisschen Tipps?

00:22:33: Wie man das erkennen kann dass das eben nun mal Fake ist.

00:22:35: ich glaube jeder kann sich denken dass eine seriöse Tagesschau hier zum Beispiel auf Instagram natürlich deutlich valide Beiträge bringt als irgendeinen.

00:22:46: Ja keine Ahnung ohne einen Namen nennen zu wollen Aber irgendein Typ halt der bei TikTok jetzt irgendwie ein Video, was vielleicht noch unscharf ist.

00:22:54: Was irgendwie schlecht gekennzeichnet ist veröffentlicht.

00:22:57: aber habt ihr da vielleicht noch so konkret Hinweise wie man gegenprüfen kann ob diese Informationen wirklich stimmt?

00:23:03: Es ist nicht einfach.

00:23:03: teilweise und das wird durch KI natürlich immer schwieriger.

00:23:06: ich meine die KI-Videos und Bilder.

00:23:08: diesen Bilder war so täuschend echt dass man das eigentlich fast gar nicht mehr erkennen kann.

00:23:11: wenn es gut gemacht ist Und das ist ein großes Problem kennen natürlich die Quellen, die vertrautlich sind und die Quelle nicht.

00:23:22: Es gibt ganz bekannte Institute, die nur sich auf Desinformation zum Klimawandel konzentrieren.

00:23:27: Die ganz bewusst das machen, die wahrscheinlich auch bezahlt werden von denjenigen, die Interesse daran haben und die Bewusstseuchteformationen rauslassen.

00:23:34: Und sie sehen teilweise wirklich sehr glaubwürdig aus.

00:23:37: Vielleicht ist auch erst mal ein Schritt, sich dem bewusst zu sein, dass man der Mensch dem sogenannten Confirmation-Bias und Scherliegt.

00:23:44: Das heißt, eher geneigt ist, die Inhalte unkritisch aufzunehmen, die dem eigenen Weltbild entsprechen.

00:23:52: Und diesem Beiß unterliegt eigentlich jeder.

00:23:55: und erst mal diesen Schritt überhaupt zu gehen, dass man auch Dinge, die den eigenen Weltbild vermeintlich entsprechen... die auch hinterfragt und dann eben sich auf die Suche begibt nach den Quellen, nach den Hintergründen der Information.

00:24:08: Ich glaub das wäre schon ... Damit wäre uns sehr geholfen wenn Menschen anfangen würden oder wenn man stärker sein eigenes Weltbild hinterfragen würde?

00:24:18: Ja ich denke das Ganze können wir vielleicht als Appell an jeden Zuschauer richten und damit die Brücke schlagen weg von Social Media und hin zum Eisbären.

00:24:27: sagen wir es ganz konkret Volker du hast jetzt ein Eisbär mitgebracht.

00:24:31: Welche Geschichte verbirgt sich hinter ihm und was verbindest du mit ihm?

00:25:06: Alle Länder im Interesse der Arktis wissenschaftlich auch politisch zusammengearbeitet haben und hat natürlich sich in den letzten, vor allem die letzten vier fünf Jahren nach dem russischen Angriff auf die Ukraine ganz dramatisch verändert.

00:25:18: Aber dieser Eis beinnert mich so ein bisschen... Polar bei heißt das ja richtig!

00:25:21: Der Polar war nämlich eigentlich daran, dass es mal eine Zeit gab wo die Arktus frei von Konflikten war und wirklich die Wissenschaft, dass die treibende Kraft dort war.

00:25:32: Wenn wir in die Zeit gucken, seitdem du diesen Eisbär besitzt.

00:25:34: Was hat sich denn konkret verändert?

00:25:36: Also klar wenn wir auf zwei tausendzehn gucken und auch jetzt gucken da hat sich einiges verändert.

00:25:41: aber wie ist dieser Prozess?

00:25:43: es ist ja nicht von heute auf morgen sind sechzehn Jahre dazwischen.

00:25:47: Wie ist dieser prozess entstanden?

00:25:48: von also die wissenschaft reagiert?

00:25:50: sag ich mal zu Die wissenschaft ist Ja zweitrangig oder drittrangig

00:25:56: das würde ich nicht sagen.

00:25:58: Die Arktis war immer als Region bekennzeichnet, die von allen Konflikten außerhalb der Arktes wirklich nicht betroffen wurde.

00:26:06: Also andere Krisen, die es gab z.B.

00:26:09: in den Krimkrisen, hat sich in der Arztis nicht ausgewirkt.

00:26:11: Das heißt das war immer eine Region wo die Länder zusammenarbeiten wollten und gesehen haben dass Interesse am Schutz dieser Regionen umweltschutz klimaschutz auch die Menschen die in der arktis leben natürlich deren nachhaltige Entwicklung ist ganz von ganz zentraler Bedeutung.

00:26:25: Das hat sich dann wirklich tatsächlich über Nacht geändert.

00:26:28: Nachdem Russland die Ukraine überfallen hat, haben die anderen sieben Arktis-Länger gesagt mit Russland können wir momentan nicht zusammenarbeiten und haben ihre ganzen Diskussionen auf Eis gelegt.

00:26:38: Und genauso hat Deutschland auch gesagt Wir müssen die Forschungskooperationen mit Russlands in der Arktisforschung mehr allgemein in der Forschung überhaupt unterbrechen weil momentan können wir mit dem Land nicht zusammen arbeiten.

00:26:49: Es hat natürlich ganz gravierende Auswirkungen wenn man uns die Karte anguckt und dann sehen wir die Hälfte des Arktises ist Russland.

00:26:55: Das heißt, wir haben natürlich da keinen Zugruf mehr.

00:26:57: Wir kriegen keine Daten mehr.

00:26:58: Das ist für die Wissenschaften ein ganz großes Problem.

00:27:01: Es hat sich ein bisschen entspannt wieder aber die Kooperation mit Russland auf institutioneller Ebene ist für deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler immer noch tabu.

00:27:09: Wir haben nur persönliche Kontakte, die nach wie vor stehen.

00:27:12: Und das nächste was dann kam war natürlich dann die US-Administration.

00:27:16: Donald Trump der gerne Gründer haben möchte, sind natürlich auch für viel Aufruhr gesorgt hat und aber auch gleichzeitig die Forschung, speziell die Klimaforschung einfach durch weniger Finanzierung ganz stark eingeschränkt hat.

00:27:30: Muss man die moral dann vielleicht hinten anstellen um der Wissenschaft mehr Räume zu geben?

00:27:35: oder ist es dann vielleicht moralisch auch einfach richtig?

00:27:38: Dann die wissenschaftliche Zusammenarbeit in dem Sinne einzuschränken, dafür halt moralisch nicht mit Russland oder Amerika zusammenzuarbeiten?

00:27:48: Also ich denke die meisten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die haben das verstanden und sehen dass auch genau so, dass man momentan mit Russland schlecht zusammenarbeiten kann.

00:27:55: Das gibt natürlich immer wieder welche sagen Nein, Wissenschaft muss komplett frei sein von politischen Unterdämmigkeiten.

00:28:03: aber in diesem Fall ist glaube ich die Mehrheit sich einig, dass wir es im Moment nicht tun können.

00:28:09: Natürlich ist auch klar und wichtig, dass mal diese persönlichen Brücken, die man hat also Ich habe selber wie gesagt, dreißig Jahre lang mit russischen Kollegen zusammengearbeitet dass man diese Brücken natürlich aufrechterhält und in der Hoffnung, dass es irgendwann wieder funktioniert.

00:28:22: Dass man zusammenarbeiten kann also nicht die Brücke komplett abricht.

00:28:26: aber Diese Entscheidung Tosland nicht mehr zusammen zu arbeiten die steht und da steht sich Bundesrepublik auch dazu.

00:28:33: das wird doch nicht passieren.

00:28:34: absehbarer zeit

00:28:36: wenn wir von der arktis weg schauen und uns Die ganze erdkugel immer anschauen so weltweit Alle Länder, wie sieht da der Umgang mit Wissenschaftsfreiheit aus?

00:28:45: Und wo liegen da aktuell die größten Herausforderungen in anderen Ländern oder in anderen Ländern.

00:28:50: Im Vergleich zu anderen Ländern geht es uns in Deutschland sehr gut, muss man sagen.

00:28:54: Wenn ich zum Beispiel nach Russland oder auch nach China gucke, sieht das ganz anders aus.

00:28:58: Hier hat der Staat viel mehr Eingriff und Kontrolle über was in Erforschung gemacht wird.

00:29:07: Gerade in China gibt man davon aus ... dass Wissenschaft häufig so einen sogenannten Dual-Use-Charakter hat.

00:29:13: Das heißt, Wissenschaft muss auch immer militärisch anwendbar sein und was natürlich schon ein Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dazu zwingt gewisse Themen zu bearbeiten die der Staat vorgibt.

00:29:24: In den USA haben wir darüber gesprochen, ist die Situation seit der zweiten Präsidentschaft von Trump natürlich auch sehr schlecht.

00:29:30: Wurde sehr viel Mittel eingespart.

00:29:32: Die nationale Fördereinrichtung der National Science Foundation wurde zu Recht geschnitten.

00:29:38: viele andere Institute wurden teilweise komplett aufgelöst.

00:29:42: Das geht dann sogar soweit, dass Datenbanken die in den USA betrieben werden nicht mehr aufrechterhalten werden konnten.

00:29:48: und das da europäische Institute wie zum Beispiel mein Institut dann Daten aus den USA gerettet hat damit sie nicht verloren gehen.

00:29:56: Gleichzeitig bemerken wir auch dass tatsächlich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den US nach Europa auswandern weil sie hier frei forschen dürfen.

00:30:05: Du meintest Deutschland uns geht es da noch sehr gut was Wissenschaftsfreiheit angeht?

00:30:09: Das ist wahrscheinlich schon dann ein gutes Beispiel, wie Wissenschaft oder wo Wissenschaft auch widerstandsfähig sein kann.

00:30:15: Dass eben Institute aus Amerika bestimmte Sachen retten bevor sie dann verschwinden, gehe ich mal davon aus oder unter den Tisch gekehrt werden.

00:30:26: Gibt es denn noch andere Beispiele vielleicht aus unserem Land und aus anderen Ländern die sehr gut zeigen dass Wissenschaft durchaus wiederstandsfähig sein können?

00:30:37: Ja, ich glaube wichtig ist dass man in dem Beziehung also diese Frühwarnsignale wie jetzt bei uns der Falle ist das man die frühzeitig erkennt.

00:30:45: Dass man frühzeitig auch darauf eingehen kann und frühzeitig sich vernünftig aufstellen kann.

00:30:52: Wichtig natürlich ist nach immer, dass man international zusammenarbeitet.

00:30:56: Das ist glaube ich macht die Wissenschaft stark wenn man sich international vernetzt und zusammen arbeitet.

00:31:02: Und natürlich der entscheidende Punkt glaube ich und da haben wir wahrscheinlich hier bei uns eher das größte Problem das gesellschaftliche Vertrauen in die Wissenschaft.

00:31:09: Und daran muss man natürlich sehr stark arbeiten, weil wenn die Gesellschaft es anerkennt, dass Wissenschaft wichtig ist kann die Politik nicht viel machen.

00:31:17: Wenn aber die Gesellschaft auch schon Zweifel hat und das nicht so richtig ernst, was die Wissenschaft betreibt dann hat man natürlich größere Probleme.

00:31:26: also wir als gesellschaft können auch konkret dazu beitragen, dass wissenschaft widerstandsfähig bleibt und dass auch der internationale austausch vielleicht dann auch besser wird.

00:31:36: Gibt es denn auch aus der Geschichte positive Beispiele während Zeiten internationaler oder außenpolitischer Konfrontation?

00:31:43: Ja, ich glaube das Paradebeispiel dafür ist eigentlich der Kalte Krieg und die Zusammenarbeit in der Antarktisforschung.

00:31:51: In der Antarktisfassung gab's in den Fünfzigerjahren ein Polar-Jahr oder ein geophysikalisches Jahr, wo alle Länder wissenschaftlich zusammengearbeitet haben an der Antartis.

00:32:01: Und daraus natürlich viel Wissenschaft gewonnen haben aber... darüber hinaus dafür gesorgt haben, dass die Länder sich geeinigt haben, die Antarktis als Kontinent zu schützen und das die Arktis nicht ausgebeutet werden darf.

00:32:13: Keine militärischen Aktivitäten in der Antarktestadt sind nur

00:32:15: Forschung.".

00:32:16: Und es ist ja sogenannte Antarktesvertrag.

00:32:18: Der wurde in den Jahren neunzehntzig unterschrieben von allen Ländern, die eine Antarktiesinteresse haben und er hat heute noch Gültigkeit und er schützt die Arctis tatsächlich auch heute noch vor wirtschaftlichen und militärischen Aktivitäten.

00:32:32: Und es entstanden wirklich eine Hochzeit des Kalten Krieges.

00:32:36: Nicole, auch du hast uns ein Mitbringsel zum Thema mitgebracht oder vielleicht auch mehrere Mitbringsel?

00:32:41: Wenn ich mir das so anschaue... Ja, sag doch einfach mal was hast Du uns mitgebracht?

00:32:45: und wie hilft es uns vielleicht besonders die Resilienz der Wissenschaft zu verstehen?

00:32:50: Also man sieht es jetzt vielleicht nicht aber vielleicht hört man es.

00:32:53: Ich habe einen Stressbeißer mitgebraucht bestehend aus den Planeten unseres Sonnensystems passt auf verschiedenen Ebenen zum Thema.

00:33:01: Also, zum einen natürlich Stressbälle bedeuten für mich ein psychologischer Hinsicht irgendwie oder stehen für mich im psychologischen Hinsichten viel Resilienz weil sie es einem ermöglichen mit Belastung und Stress konstruktiv umzugehen und eben in Kraft umzuwandeln.

00:33:15: Und dann veranschaulichen Sie auch zugleich ganz schön die ursprünglich aus der Materielwissenschaft kommende Bedeutung des Resiliensbegriffs denn Die Bälle verform sich bei Druck und wenn der Druck nachlässt gehen sie in ihr Ausgangs Form zurück.

00:33:30: Und natürlich auch die Himmelskörper-Motive, die stehen zum einen für die Astronomie als vielleicht die älteste Wissenschaft der Menschheit.

00:33:38: und zum Erinnern erinnern sie uns auch an ja vielleicht Galileo Galilei, dessen Geschichte uns zum einen ein Mahlmal sein sollte denn seine Geschichte zeigt uns wie verletzlich Wissenschafts sein kann.

00:33:49: aber andererseits kann es uns auch Hoffnung geben, denn das heliozentrische Weltbild hat sich durchgesetzt, obwohl er seine Überzeugung damals wiederrufen musste.

00:33:59: Und ich denke das sollte uns hoffen geben!

00:34:03: Ich finde es ziemlich anschaulich auch wenn man jetzt mal so ein bisschen metaphorisch spricht und du meinst ja schon diesen Stressball kann man zusammendrücken eigentlich wie man will.

00:34:11: Er wird immer in seine ursprüngliche Form zurückgehen sag' ich mal, wenn wir jetzt sagen wir Stressball ist die Wissenschaft In der Regel wird dieser Stressball ja zurückgehen in seine ursprüngliche Form.

00:34:23: Gilt es auch für die Wissenschaft?

00:34:25: Oder gibt es einen Punkt, wo die Wissenschaft nicht mehr zurück in ihre ursprungliche Form, also wo der Ball dann zerquetscht bleibt?

00:34:32: Also eins geht uns hoffentlich nie verloren.

00:34:34: Also dem den Menschen in eine wohnende Neugier und unser Forschungsdrang.

00:34:39: ich glaube das ist eine ganz treibende Kraft, die uns immer wieder dabei helfen wird auch Wissenschaft unter den widrigsten Bedingungen zu verteidigen.

00:34:49: Ich will natürlich nicht naiv sein und die Beispiele, die Volker genannt hat und dem Blick auf die internationale Perspektive zeigt uns das Wissenschaftsfreiheit bedroht ist.

00:34:58: Und dass wir nicht tatenlos zusehen dürfen wie uns diese Freiheit genommen wird.

00:35:02: denn wenn sie uns einmal genommen worden ist wird es nur sehr schwer sein sie zurück zu gewinnen.

00:35:07: und deswegen müssen alle jetzt schon aktiv werden um zu sicherzustellen, dass der Prozess der Erkenntnisgewinnung als solcher ungeachtet irgendwelche politischen Vorstellungen oder Zweckmäßigkeitserwägungen.

00:35:19: Dass dieser Erkenntniss-Gewinnungsprozess, das der weiterhin im Mittelpunkt steht?

00:35:25: Also ich, im Endeffekt richtig, dass wir alle dafür sorgen müssen, dass eben nicht zu doll auf diesen Stressball draufgedrückt wird sondern, dass er immer so behandelt wird wie Wissenschaftenummer auch behandelt werden sollte.

00:35:35: Wir müssen irgendwie versuchen, die Kräfte auf dieses System einwirken abzufedern.

00:35:41: Und dann müssen wir uns überlegen, wie können wir die Widerstandsfähigkeit des Systems erhöhen?

00:35:46: Da besteht natürlich die große Herausforderung darin, dass Wissenschaft sich dadurch auszeichnet, dass sie sich selbst hinterfragt und offen ist oder anpassungsfähig ist.

00:35:55: Das wird schwierig sein, aber da müssen wir genau überlegen welche Maßnahmen sind geeignet um die Widerschlandsfähigkeit gegen diese Kräften zu erhöhen ohne das Wissenschaft ihren Charakter... als offener, freier Ort ... dass der verloren geht.

00:36:10: Wissenschaftsfreiheit ist zudem ein großer Bestandteil unserer Demokratiewerten am Anfang unseres Gespräches.

00:36:15: Es ist bereits angesprochen, dass sie nur mit großen Voraussetzungen vom Staat geändert werden kann und eingeschränkt werden kann.

00:36:23: Warum ist die Wissenschafts- freiheit so ein elementarer Baustein unserer Demokraties?

00:36:27: Also wenn wir keine freie und unabhängige Wissenschaft mehr hätten, dann bestünde sich die Gefahr, als Grundlage von politischen Entscheidungen setzen würden und letztendlich politische Entscheidungen an der Wirklichkeit vorbeitreffen würden.

00:36:47: Vielleicht um das Ganze ein bisschen zu veranschaulichen, wenn man beim Arzt ist und eine Entscheidung darüber treffen muss ob man einen bestimmten Eingriff vornehmen lassen möchte oder nicht dann kann man diese Entscheidung ja nur dann selbst bestimmt treffen, wenn über die Folgen, über die Risiken, wenn wir über die informiert sind Und darüber kann man ja auch nicht bestimmen.

00:37:04: Die stehen ja irgendwie fest, aber man selber kann dann auf Grundlage dieser Information selbst bestimmten entscheiden, möchte das Risiko eingehen oder nicht.

00:37:13: und so ähnlich ist es denke ich mit unserer Gesellschaft.

00:37:16: Wir können nur dann freie Entscheidungen treffen wenn wir wissen was für eine Welt wir leben.

00:37:21: Demokratie lebt ja nun mal auch bei einem mehr- beim weniger von informierten Entscheidungen.

00:37:26: Welche Rolle spielt dann wissenschaftliche Erkenntnis dabei, dass gesellschaftenpolitische Entscheidungen auch auf einer verlässlichen Grundlage treffen können?

00:37:32: Dass sie eben wissen.

00:37:32: okay das steht im Wahlprogramm.

00:37:33: Das stimmt auch so und es macht da noch Sinn wenn die das so umsetzen weil's eben wissenschaftlich ja belegt ist.

00:37:40: Also ich glaube eigentlich ist eine der Hauptgründe warum wir überhaupt Wissenschaft betreiben natürlich dass wir politische Entscheidungen wissenschaftlich begründen wollen.

00:37:49: Und die wissenschaftlichen Entscheidungen, wissenschaftliche begleiten und dafür sorgen wollen, dass sie wissenschaftlicher fundiert sind.

00:37:57: Letztendig ist das ja auch der Grund dafür warum wir aus dem Staat Steuergelder bekommen um Wissenschaft zu betreiben.

00:38:04: Das heißt es ist im Prinzip eine zweigleisige Sache.

00:38:06: Wir wollen das aber wir müssen das auch tun.

00:38:11: Das funktioniert in Deutschland einigen Bereichen gut an anderen Bereichen weniger gut Wie zum Beispiel selber in der Aktis.

00:38:18: haben die Bundesregierung wirklich wissenschaftlich informiert und haben dafür gesorgt, glaube ich jedenfalls dass wir das sagen können.

00:38:26: Dass die deutsche Aktispolitik, die leitlichen deutsche Aktspolitik tatsächlich auch Wissenschaft basiert anderen Fällen in einer Klimaforschung klappt das leider weniger gut.

00:38:37: obwohl seit Jahren Das Kommunizieren an die Politik sind die Entscheidungen doch aufgrund von politischen Zwingen wirklich sehr, sehr schleppend und sehr eingeschränkt.

00:38:47: Und dabei ist natürlich auch wichtig sich daran zu erinnern dass Wissenschaft der Politik keine bestimmte Entscheidung vorgibt und ich glaube somit könnten wir vielleicht oder wenn wir das auch deutlich machen würden gegenüber denjenigen die vielleicht der Wissenschaft skeptisch gegenübergestellt sind.

00:39:02: Vielleicht würden wir damit auch einige Leute zurückgewinnen dass eben Wissenschaft Politik, sondern sie ist ein Hilfsmittel der Politik.

00:39:10: Sie ist der Schlüssel dazu, dass wir irgendwie versuchen die Wirklichkeit uns zu erschließen und welche Entscheidungen wir dann als Gesellschaft treffen wie wir zum Beispiel auf den Klimawandel reagieren?

00:39:19: Da können wir auch streiten – da soll ja auch Demokratie und Diskurs stattfinden.

00:39:25: aber die Frage ob der Klimawandel stattfindet oder wann und wie das sind dann Fragen, die die Wissenschaft zu beantworten hat und wie wir darauf reagieren, da ist das Zepter wieder bei der Politik.

00:39:36: Also ich habe es jetzt so verstanden, dass Wissenschaft dann im Prinzip ja unterstützend ist.

00:39:41: So wie du es gesagt hast und dann dabei hilft das langfristig Demokratie stark bleibt?

00:39:46: Ist denn auch möglich, dass wenn Wissenschaftsfreiheit oder Wissenschaft nicht frei arbeiten kann, dass wir dann auch noch eine gesunde Demokratie haben?

00:39:54: Oder sagen wir mal wahrscheinlich werden wir dann eine stark eingeschränkte Demokratie ham und eine wo wir uns auf deutlich weniger verlassen können als aktuell?

00:40:02: Ja, ich denke spätestens dann wenn die Wirklichkeit uns überholen wird.

00:40:05: Dann werden wir sehen ja dass das zu starken Stabilisierungen führen wird.

00:40:11: Wenn nämlich dann die Bevölkerung das Vertrauen in die politischen Akteure endgültig verliert.

00:40:16: Wenn sie sehen diese Entscheidung auf einer Grundlage treffen die Verleg an der Realität vorbeigehen.

00:40:23: Endeffekt könnte man doch jedem eigentlich empfehlen um Wissenschaft im Kleinen sage ich mal zu unterstützen.

00:40:29: Ja, zum Beispiel lieber eine Folge Brandwissen reinzuhören als die nächste Wahrheit auf Social Media zu verfolgen oder nicht.

00:40:36: Also das ist bestimmt richtig und dass das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen ist ganz wichtig.

00:40:41: von daher ist dieser Podcast natürlich wichtig.

00:40:44: Man lernt ja schon gehört von vielen Bedrohungen auf die Wissenschaftsfreiheit Nicht nur in Deutschland, vor allen Dingen international natürlich.

00:40:51: Und viele kommen ja aus der Gesellschaft und deswegen müssen wir dieses Thema auch in die Gesellschaft und öffentlich diskutieren und von daher ist so ein Podcast sicherlich viel viel höfreicher als eine Stunde bei Instagram oder Facebook zu scrollen.

00:41:03: Ich glaube, ungeachtet jeglicher rechtlicher Steuerungsinstrumente dürfen wir auch nicht vergessen dass die Hochschulen ein ganz wichtiger Ort sind an dem Wissenschaft stattfindet und auch die HochSchulen eben im Rahmen ihrer Selbstverwaltung vielfältige Möglichkeiten haben.

00:41:17: Und Handlungsoptionen ihre Angehörigen zu schützen und für das Thema zu sensibilisieren und auch dann letztendlich dafür zu sorgen dass jeder einzelne Wissenschaftler jede einzelne wissenschaftlerin die Kraft und den Mut hat sich weiterhin eine freie Wissenschaft einzusetzen.

00:41:31: Zum Abschluss schaue ich ja immer gerne so nach vorne, wenn ich hier Gesprächspartner vor mir habe und stelle gerne die Frage, wenn wir uns in zehn Jahren jetzt wieder unterhalten würden.

00:41:41: Woran würden wir dann erkennen?

00:41:42: Dass Wissenschaft und auch unsere Demokratie geschützt wurde und sagen wir vielleicht sogar gestärkt wie der hervorgegangen ist.

00:41:50: Ich würde sagen, in zehn jahren bin ich im Rohlstand aber ich hab zwei Söhne, die fangen gerade an zu studieren und ich würd natürlich mir wünschen dass wäre das was aussehen sollte wenn sie überhaupt wissenschaftlich arbeiten wollen.

00:42:00: Das weiß ich noch nicht, aber wenn Sie sich entscheiden, wissenschaftliche zu arbeiten und dass die das genauso frei tun können wie ich das konnte im Laufe meiner Karriere?

00:42:08: Und das wäre dann glaube ich zehn Jahren der Punkt wo man das sehen könnte.

00:42:13: Ja und vielleicht ganz konkret Ich sitze heute hier darf hier sitzen kann hier sitzen möchte hier sitzen und ich würde sagen, je nachdem wie sich unsere Wissenschaftsfreiheit auch unsere Demokratie entwickelt oder davon wäre auch abhängig, ob ich dann mit dem selben Gefühl in zehn Jahren hier wieder sitzen würde.

00:42:33: Ich habe heute auf jeden Fall mitgenommen dass Wissenschaftsfreiheit keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

00:42:37: Sie lebt nicht nur von Gesetzen Institutionen und politischen Entscheidungen sie lebt auch davon das Menschen-Wissenschaft verstehen und mit ihren Austausch kommen.

00:42:44: Genau deshalb ist Wissenschaftsvermittlung so wichtig Denn Forschung kann nur ihr Potenzial entfalten wenn sie raus aus dem Labor und hin zur Gesellschaft geht.

00:42:50: Mit unserem Podcast Brandwissen möchten wir genau dazu beitragen.

00:42:54: Wir machen regelmäßig komplexe Themen verständlich, beleuchten unterschiedliche Perspektiven und vor allem kommen wir ins Gespräch.

00:43:00: Genauso wie heute.

00:43:01: vielen Dank Nicole und Volker für dieses wichtige Gespräch und die ehrlichen und ausführlichen Eindrücke!

00:43:06: Super.

00:43:07: Vielen

00:43:09: dank auch euch fürs Zuhören.

00:43:10: Wir hören uns bald wieder bei Brandwissen dem Podcast der Wissenschaft Verständlich und Erlebbar macht.

00:43:15: bis bald.

00:43:22: Das war brandwissen junge Fragen

00:43:24: an kluge Köpfe

00:43:26: Der podcast der eure Neugier entfacht

00:43:28: produziert von ProWissenPotsdam

00:43:31: in Zusammenarbeit mit seinen

00:43:32: Mitgliedern,

00:43:33: den

00:43:33: wissenschaftlichen Instituten,

00:43:34: Universitäten und Hochschulen.

00:43:36: Abonniert uns, empfiehlt uns weiter – und

00:43:39: bleibt neugierig!

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